DDR 2.0

Re: DDR 2.0

Beitragvon provinzler » Sa 23. Feb 2013, 12:13

Zappa hat geschrieben:Hinzu kommt die "Einpreisung" externer Effekte, also wichtiger Interessen, die aber nicht am Markt teilnehmen können. Das sind insbesondere die Interessen sehr Armer, künftiger Generationen und Umweltaspekte. Der Staat muss auch regeln, wie knappe Ressourcen oder anderer Dinge verteilt werden sollen, die man besser nicht (ausschließlich) über den Markt reguliert (demokratische Mitsprache, Grundrechte wie Recht auf Nahrung und Wohnraum, Bildung etc.). Ich denke es gibt einiges, was der Markt nicht regeln sollte, darüber können wir uns gerne streiten.

Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über das Abendessen abstimmen. Rechte sind in erster Linie Schutzrechte und nicht Anspruchsrechte auf Kosten andrer Privilegien zu erhalten.
Zappa hat geschrieben: Der Zwang auf die afrikanischen Staaten Schutzzölle und Subventionen abzubauen, führte u.a. zum weitgehenden Untergang der eigenen Landwirtschaft, weil dann hochsubventionierte Agrarprodukte der westlichen Industrienationen den Markt überschwemmten. Natürlich sind daran die staatlichen Subventionen schuld, aber man darf halt nicht zu ideologisch an die Probleme heran gehen.

Das Hauptproblem in den meisten afrikanischen Staaten und auch anderswo (Afghanistan) ist, dass sie gezielt, koordiniert und ununterbrochen aus dem Ausland destabilisiert werden, aufgrund geostrategischer Interessen und das seit Jahrzehnten. In einigen Staaten garantieren allein die Grenzverläufe ununterbrochenen neuen Krieg (von den ehmaligen Kolonialmächten zwecks Einflusserhaltung bei ihrem Abzug durchaus beabsichtigt). Deshalb ist auch ziemlich wurscht, was die innenpolitisch machen oder welcher Clan grad an der Macht ist. Und das ist jetzt kein USA-Bashing auch unsere eigenen Regierungen mischen da seit jeher fleißig mit.
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Re: DDR 2.0

Beitragvon Zappa » Sa 23. Feb 2013, 17:52

provinzler hat geschrieben: Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über das Abendessen abstimmen.

Und im Liberalismus sind alle Wölfe Vegetarier. Theoretisch :mg:
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Re: DDR 2.0

Beitragvon Gandalf » Di 26. Feb 2013, 22:42

Nanna hat geschrieben:
Gandalf hat geschrieben:In einer freien Marktwirtschaft gewinnt nur derjenige, der freundlich auftritt und bereit ist Angebote zur gegenseitigen Arbeitsteilung zu machen. Dies führt zu win-win Situation zwischen den Beteiligten und ist letzlich der Grund, warum freier Handel stests friedensstiftend und solidarisierend wirkt und Wohlstand zwischen den Menschen mittels Arbeitsteilung entstehen lässt.

Rechthaber, Ausbeuter und Unterdrücker, die naturgemäß nicht freundlich und friedlich ihre Eigeninteressen befriedigen wollen, brauchen Zwang und damit initierende Gewaltbereitschaft, um das Recht in ihrem Sinne gegen die Frieden- und Freiheitsliebenden zu beugen und damit an den Früchten der Arbeitsteilung teilzuhaben, zu der sie nichts beitragen wollen.

Ich behaupte, dass du grundsätzlich und auf einer theoretischen Ebene unter bestimmten Prämissen vollkommen Recht hast!
Jetzt das große Aber: Die Realität sieht anders aus. Die freie Marktwirtschaft kommt nämlich gar nicht zustande, und daran ist nicht der Staat schuld (der Staat ist eine Folge des Problems bzw. ein unvollkommener Lösungsversuch - gebe ich auch offen zu).



Da ich nun ebenfalls behaupten könnte, das Du unter bestimmten Prämissen genauso Recht hast, - kommt mir das jetzt schon wieder fast unheimlich vor :^^: (Obwohl die netten Jungs von fwf, die ich sehr schätze, dem Staat 0,00 abgewinnen können und ihn als den Hauptverursacher von Gewalt indentifiziert haben http://www.freiwilligfrei.info/archives/115 bzw. Mafia und Staat: http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... 5WDeIr946g )


Nanna hat geschrieben:Spieltheoretisch betrachtet ist das ein ziemlich banaler Fall: In der Spieltheorie ändern Spieler so lange ihre Strategien bis ein Nash-Gleichgewicht erreicht ist. Ein solches liegt dann vor, wenn es für keinen der Spieler vorteilbringend ist, von seiner Strategie abzuweichen. Das ist in einer freien Marktwirtschaft aber nicht der Fall, weil der Effekt, dass die freie Marktwirtschaft gesamtwirtschaftlich den größten Nutzen bringt, nicht immer und ausnahmslos für das Individuum gilt, d.h. in der subjektiven Realität kann ein gewaltiger Ansporn bestehen, nicht den Regen zu folgen, sondern die Regeln zu brechen und zur Gewalt zu greifen, weil der Gewalteinsatz "billiger" sein kann als sich produzierenderweise hoch zu arbeiten (Stichwort Rationalitätenfalle!).


Kann sein... Muss aber nicht. Es gibt auch 'kooperative Spiele'. Und wenn ich mich im Universum so umschaue, sind sie in der Mehrzahl - und die erfolgreicheren. Sonst wären wir nicht hier. Wenn ich mich an den Spielfilm mit Nash erinnere, wurde das "Nash-Gleichgewincht" mit iern Blondine erklärt, um die es mehrere Bewerber gibt. - Und nach der Theorie wären "alle glücklicher, weil gleicher", wenn die Blondine nicht da wäre. Nur- hat jemand die Blondine gefragt, warum sie nicht mitspielen darf? Warum sind Blondinen nicht ausgestorben? ..und wäre die Welt ohen Blondinen nicht 'ein-fältiger'?

Offensichtlich gibt es auch noch viele andere/konträre "spieltheoretische Erwägungen", die zu berücksichtigen sind und die Vollständigkeit des Wissens über solche "Gesetze" kann wohl nie erreicht werden. Aber mit "Gesetzmäßigkeiten sammeln" - bin ich bei Dir.

Nanna hat geschrieben:Wenn es aber so ist, dass der Raub in einer absolut freien Marktwirtschaft - da er mangels Polizei und staatlichem Gewaltmonopol nicht sanktioniert wird - unter Umständen eine Strategie mit höherem pay-off ist, weicht früher oder später irgendjemand vom geraden Weg ab und greift zur Waffe.


Dieses Argument wird übrigens bei fwf u.a. für die Abschaffung des Staat angeführt (Pkt 4) und das Recht auf Waffen zur Selbstverteidigung begründet.


Nanna hat geschrieben:Das ist der Schwachpunkt des anarchischen Libertarismus: Es ist unter ihm für ein Individuum enorm profitversprechend, sich eine Waffe zu besorgen und Leute zu berauben.

Anarchische Organisationsformen verabscheuen Verbote aufs äußerte. Dennoch gibt es einige (wenige). U.a. fand es wohl im BGB Eingang (§181): Das SelbstkontrahierungsVERBOT. Also das der freiwilig bestimmte Vertreter der Gemeinschaft im Namen der Gemeinschaft sich selbst begünstigen darf. Das ist nicht nur bei Vertretern jurisischer Personen so, sondern (imho) die einzig vernünftige Basis, wenn alle die gleichen Rechte haben sollen. Ein Verbot also, um Willkür(herrrschaft und Verbote) zu delegitimieren. (Hast du speziell hierfür etwas Hintergrundmaterial zu diesem Vebot, da ich mich bei fwf etwas mit der "Verbotsforderung" vorgewagt habe)

Nanna hat geschrieben:Das passt übrigens problemlos in Gandalfs eigene Doktrin von der evolutionären Entwicklung der Wirtschaftsteilnehmer: Wie in der Natur leben eben auch in einer freien Marktwirtschaft manche Teilnehmer parasitär.

Ja gut, ein wenig Parasiten verträgt auch die Natur, genauso wie der Wettbewerb. Auch daran, wie es (dauerhaft) nicht geht, - lernt man. Das "Immunsystem" sollte jedoch wachsam und wehrhaft bleiben.


Nanna hat geschrieben:Das führt dazu, dass alle sich bewaffnen (müssen), was zu einem zivilen Wettrüsten führt. Theoretisch würde das eine neue Gleichgewichtssituation erzeugen, wenn jetzt jeder Spieler eine Waffe hat.

..und wenn diese erreicht wird, lässt jeder seine Waffen im Schrank - wo sie verrotten.

Solange es möglich ist, sich durch die Anwendung von Waffengewalt einen Vorteil zu verschaffen, wird jemand zur Waffe greifen. Ergo gibt es immer einen Grundbestand an Gewalpotential auf der Welt, der auch durch die freie Marktwirtschaft nicht beseitig werden kann.[/quote]

Ich denke eines sollte klar sein, "freie Marktwirtschaft" (das Gegenteil von Etatismus, Klüngel- Plan- oder Beziehungswirtschaft) kann es nur in einer freien Geselllschaft unterschiedlicher Menschen - mit gleicher Rechtsgrundlage geben. Eine Klassenlose Gesellschaft also. Nicht wie es derzeit immmer stärker geschieht: das bestehende Recht jeweils dem jeweiligen Menschen anzupassen und zu beugen (= Selbstkontrahierung der Herrschenden Parteien)

Da freie Marktwirtschaft auf Arbeitsteilung zwischen den Menschen beruht, lässt sich nicht zwischen (freiem) Markt und (freiem) Mensch trennen. (Sieht man ja auch an der tendenziellen Entwicklung in China. Ist zwar kein freier Markt, - aber freier als zu der Zeit, als Millionen Menschen unter den roten Despoten verhungerten) eines ergibt sich aus dem anderen.

Ich hab das nicht vollständig durchdacht, aber Blankertz hat da ein Modell vorgestellt, wie eine (fremdherrschafts)freie Gesellschaft funktionieren könnte. Er nennt das "segementäre Opposition" (ab Seite 53)

Grüße
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Re: DDR 2.0

Beitragvon Nanna » Fr 1. Mär 2013, 13:29

Gandalf hat geschrieben:Es gibt auch 'kooperative Spiele'. Und wenn ich mich im Universum so umschaue, sind sie in der Mehrzahl - und die erfolgreicheren. Sonst wären wir nicht hier. Wenn ich mich an den Spielfilm mit Nash erinnere, wurde das "Nash-Gleichgewincht" mit iern Blondine erklärt, um die es mehrere Bewerber gibt. - Und nach der Theorie wären "alle glücklicher, weil gleicher", wenn die Blondine nicht da wäre. Nur- hat jemand die Blondine gefragt, warum sie nicht mitspielen darf? Warum sind Blondinen nicht ausgestorben? ..und wäre die Welt ohen Blondinen nicht 'ein-fältiger'?

Das Beispiel mit der attraktiven Frau in der Bar ist eine der bekanntesten Kritiken an "A Beautiful Mind", weil das Szenario genau nicht ein Nash-Gleichgewicht darstellt. Der Film-Nash erklärt seinen Begleitern, dass sie, wenn sie sich alle um die Blondine bemühen, vermutlich alle leer ausgehen werden, und sich deshalb um die gleichmäßig weniger attraktiven aber trotzdem netten Frauen bemühen sollen. Ein Nash-Gleichgewicht ist aber, wie gesagt, dadurch definiert, dass keiner der Spieler einen Vorteil dadurch erreicht, von seiner Strategie abzuweichen. Wenn nun aber alle auf andere Frauen losgehen und die Blondine allein herumsitzt, entsteht sogar ein ziemlich starker Anreiz, von der Strategie abzuweichen und eben doch - konkurrenzlos! - der Blondine nachzustellen. Wenn alle die Blondine wollen und es nur eine Blondine gibt, dann ist das Nash-Gleichgewicht in dem Fall also, dass alle (nicht keiner!) sich um die Blondine bemühen, auch wenn der Film-Nash recht hat, dass die Erfolgschancen für die Gruppe insgesamt höher sind (also mehr Geschlechtsverkehr pro Gruppenmitglied an diesem Abend), wenn sie sich zusammenreißen und die Blondine links liegen lassen (oder vielleicht auslosen würden, wer sie anmachen darf). Aber solange man die Gruppenmitglieder als Einzelspieler betrachtet, gibt es beim einfachen Spiel keinen Grund, die Finger von der Blondine zu lassen.

Bei mehrfachen Spielrunden kann es dagegen sein, dass einzelne Mitspieler kapieren, dass es mehr bringt, die anderen sich auf die Blondine stürzen zu lassen und dafür im dann unterversorgten Bereich der etwas weniger attraktiven Frauen auf Partnersuche zu gehen, aber es werden sicherlich nicht alle vom Bemühen um den "Hauptpreis" lassen.

Gandalf hat geschrieben:
Nanna hat geschrieben:Wenn es aber so ist, dass der Raub in einer absolut freien Marktwirtschaft - da er mangels Polizei und staatlichem Gewaltmonopol nicht sanktioniert wird - unter Umständen eine Strategie mit höherem pay-off ist, weicht früher oder später irgendjemand vom geraden Weg ab und greift zur Waffe.

Dieses Argument wird übrigens bei fwf u.a. für die Abschaffung des Staat angeführt (Pkt 4) und das Recht auf Waffen zur Selbstverteidigung begründet.

Ja, aber das funktioniert ja nur, wenn die Verteilung der Waffen annähernd symmetrisch ist. Da sich einzelne Raubritterclans auf das Raubmodell spezialisieren werden (so wie professionelle Kriminelle heute auch), wird es immer Gruppen oder Einzelpersonen mit deutlich überlegener Feuerkraft geben. Das kann auch ein äußerlich seriös erscheinendes Sicherheitsunternehmen sein, das aber de facto in einem bestimmten Gebiet eine Monopolstellung hat und dem man sich unterwerfen muss (so wie in Sizilien viele Geschäftsleute Schutzgelder mehr oder weniger freiwillig abführen, weil weder der schwache Staat noch die Selbstbewaffnung gegenüber der Mafia eine Alternative darstellen - auch wenn es sicherlich sehr leicht ist, sich in Sizilien eine Waffe oder zwei zu beschaffen). Auf diese Weise werden sehr schnell wieder proto-staatliche Gebilde entstehen.

Vis pace para bellum ist kein Prinzip, das im sozialen Umfeld besonders gut funktioniert, dazu sind die sozialen Mikrostrukturen zu volatil, dynamisch und uneben. Messerstechereien geschehen tausendfach jeden Tag auf dem Planeten, aber einen Atomkrieg hat es bis dato noch nie gegeben. Ebenso hat es bislang nur ganz wenige Konflikte globalen oder kontinentalen Ausmaßes zwischen großen Armeen gegeben, darunter den römischen Bürgerkrieg, den Mongolensturm, den Dreißigjährigen Krieg, die Napoleonischen Kriege, und die beiden Weltkriege, wohingegen es lokale gewalttätige Konflikte von Nachbarschaftsstreitereien mit Schusswaffeneinsatz bis hin zu ethnischen Spannungen im Minuten- bis Monatstakt gibt. Der Grund ist, dass vis pace para bellum seine Abschreckungsfunktion in erster Linie dann gut entfalten kann, wenn die Mitspieler eine überschaubare Zahl haben, ihre Handlungen und Motive vorhersehbar sind und das Vernichtungspotential ausreichend groß ist. Deshalb war der Kalte Krieg eine der stabilsten Phasen der Weltgeschichte. Das lässt sich aber nicht auf soziale Ebene übertragen, wo es durch permanente Fehlkommunikation, nicht-strategisches Handeln, die größere Rolle von Emotionen, die Beschränktheit der Konflikte auf kleine Bereiche zu einer viel niederschwelligeren Einstellung gegenüber Gewalt kommt. Es wird immer über die Gefahr für den Weltfrieden durch große politische Ereignisse gefaselt, aber die Massenmorde geschehen daheim durch individuelle Überforderung in Familien- und Eifersuchtsdramen, beim verantwortungslosen Autofahren, bei Streitereien zwischen Geschäftspartnern usw. und NICHT durch staatlichen Gewalteinsatz.

Wir sehen in Afrika, dass die massenhafte Verbreitung von Kleinfeuerwaffen bei gleichzeitiger Abwesenheit staatlicher Gewalt DER Weg zum Massentod schlechthin ist. Nein danke, es gibt es einfach zu viele erdrückende Indizien und auch kohärente theoretische Begründungen dafür, dass die Massenverbreitung von Waffen gewaltsteigernd wirkt, gerade weil wir eben nicht alle kleine Henry Kissingers sind.

Gandalf hat geschrieben:Hast du speziell hierfür etwas Hintergrundmaterial zu diesem Vebot, da ich mich bei fwf etwas mit der "Verbotsforderung" vorgewagt habe)

Nein, aber wenn ich über etwas stolpere, gebe ich es dir.

Gandalf hat geschrieben:
Nanna hat geschrieben:Das führt dazu, dass alle sich bewaffnen (müssen), was zu einem zivilen Wettrüsten führt. Theoretisch würde das eine neue Gleichgewichtssituation erzeugen, wenn jetzt jeder Spieler eine Waffe hat.

..und wenn diese erreicht wird, lässt jeder seine Waffen im Schrank - wo sie verrotten.

Ich habe nicht ohne Grund "theoretisch" gesagt. Die Realität sieht eher so aus, dass nicht nur der eine einen Benz fährt und der andere einen kleinen Fiat, sondern auch, dass der eine ein MG4 hat und der andere einen kleinen alten Revolver. Wer wird wohl bei einem stand-off stehen bleiben? Genau wie überall im Wettbewerb kommt es eben nicht zu einer Gleichgewichtssituation, sondern zu einem permanenten Wettrüsten und Strategieändern, so wie heute zwischen Antivirenherstellern und Hackern, zwischen Kriminellen und Polizei, zwischen Rebellen und Armee, wie zwischen Antilopen und Geparden, zwischen BMW und Audi, nur mit unterschiedlichen Mitteln eben. Es ist ziemlich irrational und selbstwidersprüchlich, davon auszugehen, dass das Anheizen der Markttätigkeit, also das Dynamisieren einer Situation, in einem bestimmten Bereich zum vollständigen Stillstand (Waffenverrotten) führen würde.

Gandalf hat geschrieben:Ich denke eines sollte klar sein, "freie Marktwirtschaft" (das Gegenteil von Etatismus, Klüngel- Plan- oder Beziehungswirtschaft) kann es nur in einer freien Geselllschaft unterschiedlicher Menschen - mit gleicher Rechtsgrundlage geben. Eine Klassenlose Gesellschaft also. Nicht wie es derzeit immmer stärker geschieht: das bestehende Recht jeweils dem jeweiligen Menschen anzupassen und zu beugen (= Selbstkontrahierung der Herrschenden Parteien)

Ja, da sind wir uns ja sogar einig. Der Unterschied zwischen unseren Ansätzen ist, dass ich den Staatsapparat dahingehend optimieren möchte, neutraler und gleicher (im Sinne von Gleichberechtigung aller) zu entscheiden, während du ihn abschaffen willst.

Gandalf hat geschrieben:Ich hab das nicht vollständig durchdacht, aber Blankertz hat da ein Modell vorgestellt, wie eine (fremdherrschafts)freie Gesellschaft funktionieren könnte. Er nennt das "segementäre Opposition" (ab Seite 53)

Muss ich mir noch ansehen.
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Re: DDR 2.0

Beitragvon Gandalf » Mi 2. Apr 2014, 21:40

Es ist soweit: Zensur findet statt - gegen einen der bekanntesten deutschen Romanautoren und die Nr. 1 in Kategorie "politische Bücher"

Der Mann im Ohr rief "Abwürgen! Abwürgen" Abwürgen!..." http://www.ef-magazin.de/2014/04/02/515 ... ann-im-ohr

Er hat "Kindersexpartei" gesagt (und "Sozialingenieure" kritisiert)- hier das noch abrufbare unzensierte youtube: https://www.youtube.com/watch?v=a-f3KDl6QMY
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Re: DDR 2.0

Beitragvon Vollbreit » Mi 2. Apr 2014, 22:00

Wir wolln unsern alten Kaiser Wilhelm wieder haben.
Meine Güte, wenn Dir dabei einer abgeht, mein Beileid.
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Re: DDR 2.0

Beitragvon Gandalf » Mi 2. Apr 2014, 22:30

.. und was hat das jetzt mit dem Kaiser zu tun?
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Re: DDR 2.0

Beitragvon xander1 » Do 3. Apr 2014, 00:11

@Gandalf:
Ich könnte jetzt auf die Links clicken, aber es wäre wohl richtiger, wenn du nicht zusammenhanglose Sachen schreibst, sondern dir die Mühe gibts deine Aussagen so auszuformulieren, dass man es ohne auf die Links zu clicken versteht. Auf einem Link habe ich gerade geclickt, aber nebenan schläft bei mir gerade jemand (Lautstärke). Aber auch so habe ich bei dir schon erlebt, dass ich nicht verstanden habe was du schreibst, was sicher nicht nur an meiner Doofheit liegt. Also worauf deine Aussagen abzielen verstehe ich meist, aber das Ganze ist meist nicht begründet genug, also explizit in ausführlicher Form, auch wenn ich meist instinktiv dafür bin. Ich will es auch verstehen können. Das meine ich allgemein bei dir manchmal und nicht nur in diesem Fall.
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Re: DDR 2.0

Beitragvon Gandalf » Do 3. Apr 2014, 06:41

Sorry, - wollte Eueren Schlaf nicht stören.

Dachte ihr wär auf der Höhe der Zeit und informiert darüber was in der Gesellschaft abläuft. ..und das es noch Menschen gibt, die Bücher lesen und sich davon zu kritischen Fragen verleiten lassen. (Akif Pirincci ist erklärter Atheist und lässt sich das in seinem Buch insbesondere gegenüber dem Islam - "der Man, - der zu spät zu einer Party gekommen ist" - deutlich heraushängen)

Darüber, - wie sich seit 200 Jahren verbrecherische kollektivistische Systeme (Sozialismen verschiedener coleur) entstehen und trotz mörderischem Unvermögen, weiterhin moralisierend behaupten, die Menschheit erlösen zu können (und jegliche Kritik am erneuten Erlösungsversuch verbieten wollen), - darüber fehlt mir heute leider die Zeit und die Lust.

Grüße
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Re: DDR 2.0

Beitragvon Vollbreit » Do 3. Apr 2014, 09:05

Dann geh mal wieder zu Deinen Erwachten. :mg:
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Re: DDR 2.0

Beitragvon xander1 » Do 3. Apr 2014, 12:28

OK, habe Video gesehen, nebenan schläft gerade niemand, deshalb. Und habe den Text gelesen.

Also ich sehe das nicht als DDR 2.0, weil das alles nix neues ist. Durch Internet & CO wird uns das heute nur bewusster, dass die BRD schon zu Zeiten der DDR eine DDR 2.0 war.

Also deswegen würde ich einfach die 2.0 weglassen.
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Re: DDR 2.0

Beitragvon provinzler » Do 3. Apr 2014, 13:54

Eins muss man den BRD-Granden aber lassen im Erfinden von Euphemismen sind sie super. Wie elegant klingt doch "Öffentlich-rechtlicher Rundfunk" im Vergleich zum eher plumpen Vorgänger, dem Propagandaministerium...
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Re: DDR 2.0

Beitragvon xander1 » Do 3. Apr 2014, 14:20

Ja in einer Demokratie haben wir es endlich geschafft, dass die Leute die Lügen glauben, die die Massenmedien verbreiten. In der DDR wusste JEDER, dass man den Nachrichten nicht vertrauen konnte. Man hat oft noch Westfernsehn gesehen und dann geglaubt was die da berichtet haben. Man hat dazu noch selbst Antennen verwendet. Mein Vater hatte so ne riesen Antenne aufm Dach unseres Hauses gehabt. Es gab nur Regionen im tiefen Osten, die nix empfangen konnten.

Mein ehemaliger chinesischer Mitbewohner hat beklagt, dass wir unseren Medien glauben. In China glauben die Chinesen nicht so sehr ihren Medien.

Das heißt, dass Propaganda in einer Demokratie viel besser funktioniert als in Diktaturen welcher Art auch immer. In einer Diktatur ist man legiglich als Bürger nach außen hin auf der Seite der Regierung.
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Re: DDR 2.0

Beitragvon Jounk33 » Do 3. Apr 2014, 23:42

Ich habe heute, gerade heute, selbst erleben dürfen wie Deutschland, bzw. Westeuropa in den 60er Jahren war, in einem kleinen Ort an der ehemaligen deutsch-französischen Grenzen wo irgendwie die Zeit stehen geblieben ist. Und ich muss sagen. JA, das will ich auch wieder haben !
Also der Mann mit dem Buch hat Recht. Sind wir nur nicht gewohnt, weil wir denken, da war alles verboten. Is aber nicht so, da war alles in Ordnung.
Dagegen kommt mir die derzeitige Gesellschaft wie eine provokante hässliche Fratze vor.
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Re: DDR 2.0

Beitragvon Nanna » So 13. Apr 2014, 18:03

Gandalf hat geschrieben:Akif Pirincci

Ich distanziere mich als Admin und als Person in jeder erdenklichen Form von diesem Menschen.
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