Respekt? Wovor denn? – Michael Schmidt-Salomon

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Re: Respekt? Wovor denn? – Michael Schmidt-Salomon

Beitragvon stine » Mo 24. Sep 2012, 13:36

Vollbreit hat geschrieben:Damit Religion aber als Mittel zum Zweck dienen kann, muss sie sich aber unterscheiden und auf etwas Unfassbares verweisen.
Ansonsten wäre es einfach: Man könnte sich auch so zum Singen, Kegeln, Joggen und Diskutieren treffen, aber aus irgendwelchen Gründen, schafft es aus der Vielzahl der Angebote gerade die Religion zu überdauern.
Ja, das alte Lied.
Es gibt viele Menschen, die sich Götzen anschaffen, als Alternative zum religiösen Gott und dann meinen, sie würden Gott so umgehen können und nicht brauchen. Der "Unfassbare" aber ist fehlerlos, omnipräsent und meint es immer gut mit seinen Menschen. Welche Bowling-Kugel kann das toppen? :mg:
Auch ein Glücksbringer ist und bleibt nur ein weltlicher Fetisch. Geht er verloren, bricht die Welt zusammen. Der Witz einen "Gott" zu haben ist ja gerade der, dass er immer und überall wacht, egal, was jemand dabei hat oder nicht. Eine ideelle Form der Geborgenheit und der Inspiration. Wer einen "Gott" hat, ist nie alleine.
Aber das ist wieder ein anderes Thema (das schon vielfach durchgekaut wurde).

:wink: stine
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Re: Respekt? Wovor denn? – Michael Schmidt-Salomon

Beitragvon Lumen » Di 25. Sep 2012, 03:56

Und voila.
http://www.consilium.europa.eu/press/pr ... 56&lang=de
http://www.consilium.europa.eu/uedocs/c ... 132512.pdf

We share a profound respect for all religions. We are united in our belief in the fundamental importance of religious freedom and tolerance. We condemn any advocacy of religious hatred that constitutes incitement to hostility and violence. While fully recognizing freedom of expression, we believe in the importance of respecting all prophets, regardless of which religion they belong to.


Peinlich. Herausgegeben von der EU mit Vertretern arabischer und afrikanischer Behörden. Gefordert wird Respekt für Propheten aller Religionen (also Scharlatanen), während in Afrika und Arabien teils noch Zauberei verfolgt wird und Leute wegen Apostasie oder weniger einsitzen. In Saudi Arabien machte sich jemand mit der Twitter-Nachricht strafbar, die besagte, dass er Mohammed von Gleich zu Gleich die Hand schütteln würde. Auch Scientology wird dann folglich Respekt zugesprochen werden.

Laut Text ist ein YouTube-Filmer oder Karikaturenzeichner implizit ein Extremist und wird hier auf eine Stufe gestellt mit Mördern und Brandstiftern—Nanna/Vollbreit Logik in Aktion. Nicht nur werden die Rechte Andersdenkender beschränkt, den Lynchmobs wird auch noch recht gegeben, denn ihre Aktion zahlte sich nun offenbar aus. Respekt!
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Re: Respekt? Wovor denn? – Michael Schmidt-Salomon

Beitragvon mat-in » Di 25. Sep 2012, 06:12

Magst du einen offenen Antwortbrief formulieren? Dazu muß man doch was sagen...
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Re: Respekt? Wovor denn? – Michael Schmidt-Salomon

Beitragvon stine » Di 25. Sep 2012, 06:32

Lumen hat geschrieben:Respekt für Propheten aller Religionen (also Scharlatanen)
Ich frage mich manchmal, wieso unsere Zeit keine "neuen" Propheten mehr hervorbringt?
Ist göttliche Prophezeiung ein einzigartiges Phänomen aus der Vergangenheit?

Wenn es denn so ist, dass sich neue, jetztzeitliche Propheten ihres Lebens fürchten müssen, dann sehe ich hier eine einzigartige Wiederholung der Geschichte des neuen Testaments. War nicht Jesus DER Revolutionär aus der biblischen Geschichte, der seine Weissagungen am Kreuz beenden musste? Der das alte Testament mit dem strafenden Gott neu aufgerollt hat und einen liebenden Vater aus Gott machte?
Also wenn die Geschichte des NT nicht wahr sein sollte, dann ist sie gut erfunden und vor allem immer noch zeitgemäß.

LG stine
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Re: Respekt? Wovor denn? – Michael Schmidt-Salomon

Beitragvon Darth Nefarius » Di 25. Sep 2012, 15:23

stine hat geschrieben:Ich frage mich manchmal, wieso unsere Zeit keine "neuen" Propheten mehr hervorbringt?
Ist göttliche Prophezeiung ein einzigartiges Phänomen aus der Vergangenheit?

Doch, sie bringt unzählige hervor. Aber da es so viele Scharlatane sind, scharen sich nur kleine Sekten um sie, die nicht zu einer Religion auswuchern können. Zuletzt habe ich in den Nachrichten gesehen, wie eine islamistische Sekte in Russland, die unter der Erde lebte und sich zum Kalifat ernannte ausgehoben wurde. Die sogenannten Propheten waren genausolche Psychos, heute lachen wir über ihre geistigen Erben, deswegen sind sie für uns nur noch Spinner.
stine hat geschrieben:Wenn es denn so ist, dass sich neue, jetztzeitliche Propheten ihres Lebens fürchten müssen, dann sehe ich hier eine einzigartige Wiederholung der Geschichte des neuen Testaments.

Wieso sollten sie sich fürchten? Welcher Prophet will denn nicht auch Märtyrer sein? stine, die Welt wird ohne Propheten nicht ärmer.
stine hat geschrieben: War nicht Jesus DER Revolutionär aus der biblischen Geschichte, der seine Weissagungen am Kreuz beenden musste?

Wollte er das nicht auch? Ja, er war soetwas wie der non-lethal Selbstmordattentäter. Ich hab mal was von einem Judasevangelium im Fernsehen gesehen. Da wird eine plausible Geschichte erzählt, in der Judas den Plan seines Sektenführers ausführte. Allem Anschein nach war das Testament auch echt. Mich wundert ehrlich gesagt, warum das nicht schon längst überall in den Nachrichten ist. Wahrscheinlich ist es in einem zu schlechten Zustand. Abgesehen davon soll mir mal einer erklären, warum dieser Zimmermann ein Revolutionär gewesen sein soll! Was wir dem Christentum "zu verdanken" haben, ist die Moralisierung von Unglück. Mit anderen Worten: Wenn wir Pech haben, haben wir gesündigt und es auch so verdient. Diese Sichtweise war vorher nicht vorhanden, wir hätten auch gut ohne sie auskommen können.
stine hat geschrieben:Der das alte Testament mit dem strafenden Gott neu aufgerollt hat und einen liebenden Vater aus Gott machte?

Hat er das? Wieso hat er ihn dann am Kreuz sterben lassen? Laut Bibel hat der Zimmermann noch an seinem Glauben auch noch am Holz festgehalten un seinen Unsinn gepredigt. Das war wohl eine der grausamsten Aktionen des christlich-jüdischen Gottes, die in der Bibel erwähnt ist.
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Re: Respekt? Wovor denn? – Michael Schmidt-Salomon

Beitragvon Nanna » Di 25. Sep 2012, 21:25

Lumen hat geschrieben:Peinlich.

Ja, ziemlich. Allerdings rede ich nicht über das, was der EU-Rat da verabschiedet hat. Das hat mit dem, was du ankreidest, sowieso überhaupt nichts zu tun.
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