Weltklimagipfel

Re: Weltklimagipfel

Beitragvon 1von6,5Milliarden » Mi 15. Dez 2010, 14:46

stine hat geschrieben:Warum spricht eigentlich niemand über die Nachteile der Sonnenenergienutzung?
Wo ist da was neues daran? Dies ist bekannt und darüber wird gesprochen. Wenn mit dir darüber noch niemand gesprochen hat oder du mit niemanden darüber, dann kann es auch an dir liegen. :^^:
Übrigens spricht gerade die Atomindustrie gerne darüber. :mg: Und besonders weil die Kraftwerke zum Ausgleich der Schwankungen die durch Wind- und Sonnenkraftwerke nötig wären, eben keine Atomkraftwerke sein können, die reagieren viel zu träge. Solar- oder Windkraftwerke sind ein Substitut für Atomkraftwerke, ein Nebeneinander ist nicht in sehr hohem Maße möglich (bzw. sinnvoll). Es geht also nicht (als primitives Beispiel) 50 % Strom kommt aus AKWs und 50 % aus Solar- und Windkraftwerken. (Genausowenig wie eines dieser Kraftwerkstypen 100% des Strombedarfs liefern kann.)
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon musicman » Do 16. Dez 2010, 09:43

stine hat geschrieben:Warum spricht eigentlich niemand über die Nachteile der Sonnenenergienutzung?

LG stine


Also die Argumente dagegen auf der Seite sind ja eher bescheiden, da wird geschrieben, eine Photovoltaikanlage müsse mindestens 1-3,5 Jahre laufen um die Energie einzusparen, die für ihre Herstellung benötigt wird.
Soll das ein Witz sein ?
Plant etwa jemand, seine Anlage nach einem Jahr auf den Müll zu werfen?
Wie lang müsste dann eine herkömmliche Öl/Gasheizung laufen, um die Energie einzusparen, die zu ihrer Herstellung verbraucht wurde?
Rechne mal nach, die kommt auch nach 100 Jahren nicht auf eine positive Bilanz.
Diese Scheinargumente sind rein politisch motiviert, die beinahe Energiemonopolindustrie
scheut die Konkurrenz wie der Teufel das Weihwasser und viele Politiker sind mit Aufsichtsratsposten bei denen ausgestattet, die ganz schön lukrativ sind.
Nur mal als Beispiel ein Fall bei uns in der Gegend, da beschloss einer vor Jahren, seine alte Wasserkraftanlage die er früher in seinem Sägewerk zur Stromerzeugung betrieb, zu modernisieren und ans Netz zu gehen, der hiesige Monopolist tat alles um dies zu verhindern. Irgendwann landete es im Kreistag und wer stimmte dagegen, der zuständige Landrat.
Wer hat einen mit 40.000 Euro dotierten Sitz im Vorstand des KW`s (für 4 Sitzuungen/Jahr)- richtig geraten. Wer musste dagegen klagen und erst mal ordentlich in Anwaltskosten investieren, damit der Mann wegen Befangenheit aus dem Gremium entfernt wurde - der Kleinunternehmer und wer saß bei der nächsten Abstimmung für ihn dort - auch richtig geraten sein Stellvertreter und wer hat ein Wörtchen mitzureden bei der weitern Karriere des Stellvertreters - der Landrat.
Das ganze ist im Endeffekt eine Mafia und die lukrativen Honorare kommen nicht von kleinen Firmen, die in regenerative Energie investieren.

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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon Mark » So 20. Feb 2011, 03:17

http://www.youtube.com/watch?v=KwL-MoHVvR0

klingt alles recht plausibel...
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon platon » So 20. Feb 2011, 12:29

stine hat geschrieben:Warum spricht eigentlich niemand über die Nachteile der Sonnenenergienutzung?

Funktioniert der link bei Dir nicht? Oder warum hast Du den Wiki-Absatz nicht durchgelesen? Oder hast Du ihn nicht verstanden?
Das sind doch keine Nachteile, das sind Einschränkungen, die selbstverständlich sind. Man braucht Energie, um überhaupt erst einmal etwas herzustellen. Wer hätte das gedacht? Trifft uns völlig unerwartet und spricht natürlich sehr für AKWs, die auf den Bäumen wachsen ...
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon mat-in » Sa 26. Feb 2011, 20:41

Also unter so aufgeklärten Leuten Klimaerwärmungsskeptiker zu finden entsetzt mich jetzt schon ein bischen...
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon Mark » So 27. Feb 2011, 01:26

Die Koinzidenz von Sonnenflecken und Temperatur ist doch erschreckend genau, und die Darlegungen zum CO2 sind stichhaltig, erst wenn es wärmer wird steigt der CO2 Gehalt durch die Meer-Entgasung an, mit Jahrhunderten verzögerung weil sich die tiefen Meere erst aufwärmen müssen. Die Grössenordnungen des menschlichen CO2s sind tatsächlich rechnerisch nicht sehr relevant, wer kann diese Rechnungen denn wiederlegen ?
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon mat-in » So 27. Feb 2011, 07:29

Das Problem ist nicht, daß es noch nie so warm gewesen wäre wie heute. Das Problem ist, das es noch nie so schnell so warm wurde wie heute. Früher war das so langsam, daß zum Beispiel Baumspezies mit den sich verschiebenden Klimazonen mitwandern konnten. Heute ist das so schnell, daß man es vor der Haustür beobachten kann. Ein Zufall, daß die schnellste Klimaerwärmung in 6 milliarden Jahren mit dem Verbrennen aller Fossiler Brennstoffe und einer großflächigen Entwaldung zusammenhängt? Möglich aber... unwahrscheinlich.

Man muß sich heute - auch bei Fernsehnachrichten - immer Fragen, auf wessen Gehaltsliste die Specher und Reporter stehen. Cui Bono?

Leider scheint das "Skeptik verbreiten" ein gutes Geschäft zu sein:
http://www. heise.de/tp/r4/artikel/31/31706/1.html

Mit personellen Überlappungen in der Lobby die uns vor ein par Jahren erzählen wollte, das Rauchen Gesund, Passivrauchen nicht gefährlich und FCKW toll ist:
http:// clovecigarettes.org/?p=1525 (entschuldige mich für den Link zu einer Buchbesprechung aber was direkteres war mit so müdem Kopp nicht zu finden)

Es sind verdammt wenige Wissenschaftler, die sich heute noch zweifelnd äußern, und die stehen meist auf der Gehaltsliste des "Global Climate Science Team" von Exxon-Mobile. Wenn einem das auffällt, könnte man das allein schon als Zeichen *für* menschengemachte Klimaerwärmung sehen, sonst würden solche Konzerne nicht millionen $ in solche Verschleierungstaktiken stecken. Die Wahrheit würde ja für sich Sprechen und müßte nicht gegen eine Mehrheit von zehntausend Klimawissenschaftlern - die sich verschworen haben uns zu belügen um Ihr Gehalt weiter zu beziehen (wie dumm ist das denn, die sind doch beamte?) - von einer leuchtenden Fackel der wohlwollenden, großzügigen Menschlichkeit (einem Ölkonzern) verteidigt werden.

/Sarkasmus Modus aus
/Kaffeesuchmodus an
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon platon » So 27. Feb 2011, 21:23

Mark hat geschrieben:Die Koinzidenz von Sonnenflecken und Temperatur ist doch erschreckend genau,

Enstschuldigung, die Sonnenfleckenaktivität hat einen 11-Jahresrhythmus und der findet zwar Eingang in die beobachtete Klimaerwärmung, aber er erklärt sie nicht, vor allem erklärt er nicht die rasanten Veränderungen, die wir beobachten können.
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon stine » Mo 28. Feb 2011, 07:36

mat-in hat geschrieben:Wenn einem das auffällt, könnte man das allein schon als Zeichen *für* menschengemachte Klimaerwärmung sehen, sonst würden solche Konzerne nicht millionen $ in solche Verschleierungstaktiken stecken.
Die Mehrheit der Bevölkerung Europas, Asiens und Amerikas rüstet jetzt schon fast ganzjährlich für den wohlverdienten Urlaub auf. Dazu gehört der Billigflug ganz selbstverständlich. Nicht die Dreckschleuder in großen Höhen ist für die Vielflieger interessant sondern nur der Dumpingpreis und die Einhaltung der geplanten Flugzeiten. Ganz zu schweigen von den vielen unnützen Dienstreisen, die nur dazu dienen, die Wichtigkeit einzelner hervorzuheben. Inzwischen jetten die ganz Wichtigen auch schon mal privat von Kleinflughafen zu Kleinflughafen.

Wieder zu Hause kann man sich dann ganz prominent über die Klimaerwärmung aufregen und so tun, als wäre man der größte Naturliebhaber und soooo besorgt um die Welt und ihre Bewohner - und die armen Wälder und die vielen ausgestorbenen Tiere - und - ach - aber die Haifischflossensuppe in Shanghai die muss man mal probiert haben - und wir heizen jetzt im Winter wieder mit einem Kachelofen dazu - da kann man prima Öl sparen und auch hin und wieder ein wenig Verpackungsmaterial dazu - heizt prima und spart Geld für den nächsten Billigflug nach USA ...
Und der Flugverkehr kann sich jährlich über eine "gesunde" Wachstumsrate freuen.

Die Zusammenhänge zwischen eigenem Wohlstand und dem Zertreten unserer Umwelt ist leider nicht allen bewusst. Und schon gar nicht in der Urlaubszeit...

LG stine
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon Raumkapitän » Mo 28. Feb 2011, 08:20

stine hat geschrieben:Die Zusammenhänge zwischen eigenem Wohlstand und dem Zertreten unserer Umwelt ist leider nicht allen bewusst. Und schon gar nicht in der Urlaubszeit...

LG stine


Das unbestimmte Wirtschaftswachstum ist allerdings unhaltbar. In China muss man die Flüsse anderer Länder (nämlich den Brahmaputra und den Mekong gerade jetzt) aufstauen, um das Krebswachstumstempo aufrecht zu erhalten. Und China ist nur ein Land, ganz zu schweigen von Amerika, Indien, Australien, Deutschland, Brasilien usw.

Alle Studenten der Wirtschaft sollen einen Thermodynamik-Kurs nehmen, glaube ich...
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon stine » Mo 28. Feb 2011, 09:58

Raumkapitän hat geschrieben:In China muss man die Flüsse anderer Länder (nämlich den Brahmaputra und den Mekong gerade jetzt) aufstauen, um das Krebswachstumstempo aufrecht zu erhalten.
"Krebswachstum"? Ich versteh den Zusammenhang nicht. Kannst du das näher erläutern?

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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon Raumkapitän » Mo 28. Feb 2011, 10:44

stine hat geschrieben:
Raumkapitän hat geschrieben:In China muss man die Flüsse anderer Länder (nämlich den Brahmaputra und den Mekong gerade jetzt) aufstauen, um das Krebswachstumstempo aufrecht zu erhalten.
"Krebswachstum"? Ich versteh den Zusammenhang nicht. Kannst du das näher erläutern?

LG stine


Ich meinte (auf Englisch): "cancerous rate of growth". Etwas bildlich. Ich weiss nicht ob man in den deutschsprachigen Länder Dinge, die unkontrollierbar wachsen, mit dem Krebs vergleicht.
Zuletzt geändert von Raumkapitän am Mo 28. Feb 2011, 10:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon Arathas » Mo 28. Feb 2011, 10:47

Du meinst damit also die Wachstumsrate (Fertilitätsrate) der Menschen in China, die wie ein Krebsgeschwür anwachsen?
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon Raumkapitän » Mo 28. Feb 2011, 10:52

Arathas hat geschrieben:Du meinst damit also die Wachstumsrate (Fertilitätsrate) der Menschen in China, die wie ein Krebsgeschwür anwachsen?


Genauer die wirtschaftliche Wachstumsrate.
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon stine » Mo 28. Feb 2011, 13:27

O.K., ich dachte, du meintest, es hätte einen gesundheitlichen Aspekt. :doh:

China zählt immer noch zu den Entwicklungsländern, da das Wachstum sehr einseitigen Wohlstand bringt.
Der Vergleich mit dem Krebsgeschwür ist durchaus zulässig, da es in der Tat zu gefährlichen Überwucherungen kommt, die das gesunde, langsam entstandene Gefüge nachhaltig zerstören oder gar abtöten.

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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon mat-in » Mo 28. Feb 2011, 14:18

stine hat geschrieben:
mat-in hat geschrieben:Wenn einem das auffällt, könnte man das allein schon als Zeichen *für* menschengemachte Klimaerwärmung sehen, sonst würden solche Konzerne nicht millionen $ in solche Verschleierungstaktiken stecken.
Die Mehrheit der Bevölkerung Europas, Asiens und Amerikas rüstet jetzt schon fast ganzjährlich für den wohlverdienten Urlaub auf. ...
Wieder zu Hause kann man sich dann ganz prominent über die Klimaerwärmung aufregen und so tun, als wäre man der größte Naturliebhaber und soooo besorgt um die Welt und ihre Bewohner - und die armen Wälder und die vielen ausgestorbenen Tiere - und - ach - aber die Haifischflossensuppe in Shanghai ..

Ich verstehe nicht ganz, ob das jetzt zuspruch oder wiederspruch sein soll. Wir haben hier natürlich das gleiche Problem wie beim üblichen Menschlichen Verhalten. Solange man eine Ausrede findet, verhält man sich so wie es bequem ist - und manchmal sogar darüber hinaus. Ob das jetzt Fernreisen sind oder der übliche Dorftratsch nach der Kirche, von dem die Hälfte nicht stimmt und die andere übertrieben ist - obwohl keiner der Kirchgänger "falsch Zeugniss wieder seinen nächsten" ablegen würde. Natürlich werden die argumente hochbezahlter Skeptiker genutzt um weiter zu rauchen und weiter mit dem Flugzeug zu fliegen...

Nur für den Fall das du mich direkt meinst: mein beruflicher USA Aufentalt war mein aller erster Fernflug und auch wenn es viele Winkel dieser Erde gibt die ich gerne sehen würde, bin ich bisher noch nicht da gewesen, weil ich mit angucken und mit hinfliegen zu deren Zerstörung beitrage.


Was das Wachstum angeht, muß jedem mit einem einiger Maßen klaren verstand deutlich sein, daß es nicht so weiter gehen kann... Großkonzerne jammern, nicht, weil ihr Markt stagniert, nein, weil der Zuwachs des Zuwachs stagniert. Das ist totaler Irrsinn! Wir beuten gerade für kleines Geld begrenzte Ressourcen (nicht nur Öl, auch Uran, Edelmetalle für Computerteile, Lithium für Akkus und nicht zu letzt Trinkwasser werden uns in naher Zukunft ausgehen!) um ein unglaubliches Wachstum zu fördern. Wir müssen früher oder später von diesem Typ Wirtschaft weg. Nicht weil die Linkspartei das sagt, sondern schlicht, weil es uns nicht mehr möglich sein wird.
Aber sobald man sagt, daß da eine Wand auf uns zukommt (die jeder sehen kann!) und wir den Fuß zu mindest vom gaspedal nehmen sollten, ist man gleich ein linker ökospinner...
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon Arathas » Mo 28. Feb 2011, 14:33

mat-in hat geschrieben:und auch wenn es viele Winkel dieser Erde gibt die ich gerne sehen würde, bin ich bisher noch nicht da gewesen, weil ich mit angucken und mit hinfliegen zu deren Zerstörung beitrage.


Einserseits ja. Andererseits könnte z.B. Costa Rica seine riesigen geschützten Urwälder nicht weiterhin so gut schützen, wenn nicht das Geld aus der Touristik gut fließen würde. Klar könnte ich auch das Geld direkt spenden - aber wer spendet schon 40 Euro für ein Stück Urwald, das er nie zu Gesicht bekommt? Aber wenn der Eintritt in den Nationalpark vor Ort 40 Euro kostet, dann zahlt man das natürlich gerne.

Anders als durch viel Touristik werden solche Länder auch schwerlich das Geld zusammenbekommen, das man benötigt, um die Urwälder nachhaltig zu schützen.

Mir ist schon klar, dass der Flug von Deutschland nach Costa Rica keine umweltschützerische Meisterleistung war. Oder meine Reise nach Botswana. Aber jede Medaille hat (mindestens) zwei Seiten, und diese Länder benötigen einfach das Geld der Touris, um die Natur zu erhalten.
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon Nanna » Mo 28. Feb 2011, 14:49

Ich sehe das Wachstum in China und anderen Entwicklungsländern nicht nur negativ. Ein gewisser Wohlstand trägt zur Verringerung des Bevölkerungswachstums bei, wie man in Europa sehen kann sogar bis an den Punkt der Bevölkerungsschrumpfung und das täte dem Planeten flächendeckend wirklich gut. Dasselbe gilt für das Umweltbewusstsein, ohne Wohlstand und Bildung geht da gar nichts. Darüberhinaus kann nur eine leistungsfähige Volkswirtschaft fortgeschrittene Technologie kaufen oder gar selbst entwickeln. Insofern ist es nicht unbedingt ein Fehler, wenn die Entwicklungsländer jetzt auf Teufel komm raus produzieren und einen schnellen Aufstieg hinlegen. Denn was hilft es, wenn diese Länder arm bleiben? Arme Länder betreiben erst recht Raubbau an ihren Ressourcen und eine Umweltaufsicht, so sie denn überhaupt existiert, wird dort sofort korrumpiert.

Auch wenn es natürlich nicht so ganz sauber ist, dass die Chinesen alle möglichen Innovationen zusammengeklaut haben und jetzt den Verbrennungsmotor fast schon auslassen und gleich Solarmodule und Elektroautos entwickeln ist doch eigentlich keine schlechte Entwicklung. Wenn die erstmal genug Eigenentwicklungen haben, wird auch in China die Strafverfolgung von Abkupferei zunehmen, da mache ich mir keine Sorgen. Wir sollten vielleicht noch viel bewusster solche Technologietransfers einleiten, denn ehrlich gesagt ist es mir lieber, dass 2025 70% der Solarmodule aus China kommen, solange es dann auch 70% Solarmodule mehr auf der Welt gibt als wenn alle die deutschen Hightechmodule gekauft hätten.

Problematischer ist wohl eher das, was mat-in da angesprochen hat, nämlich, dass diese Wirtschaftsform ihre Grenzen erreicht. Wir hatten eine solche Situation schonmal, das war vor dem Ersten Weltkrieg, als plötzlich die ganze Welt kolonisiert war und die Imperialmächte keine neuen Ausdehnungsfelder und neuen Märkte mehr fanden. Was anschließend passiert ist, muss ich hier nicht extra wiedergeben. Ich verstehe auch nicht die Angst vor den Grenzen des Marktwachstums. Eine Wirtschaft mit konstanter Größe muss ja nicht das Armenhaus bedeuten. Wenn wir z.B. von einem Ökosystem wie dem Regenwald abkupfern würden, wo ja quasi permanent alle Rohstoffe im Umlauf sind und eine enorme Dynamik herrscht, könnten wir immer noch eine unheimlich produktive und progressive Wirtschaft haben. Wir müssten "nur" einen Weg finden, komplett auf Endlosenergiequellen wie Sonne und Wind und hundertprozentiges Recycling von endlichen Rohstoffen umzusteigen.
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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon stine » Mo 28. Feb 2011, 16:45

mat-in hat geschrieben:
stine hat geschrieben:Die Mehrheit der Bevölkerung Europas, Asiens und Amerikas rüstet jetzt schon fast ganzjährlich für den wohlverdienten Urlaub auf. ...
Wieder zu Hause kann man sich dann ganz prominent über die Klimaerwärmung aufregen und so tun, als wäre man der größte Naturliebhaber und soooo besorgt um die Welt und ihre Bewohner - und die armen Wälder und die vielen ausgestorbenen Tiere - und - ach - aber die Haifischflossensuppe in Shanghai ..

Nur für den Fall das du mich direkt meinst: mein beruflicher USA Aufentalt war mein aller erster Fernflug und auch wenn es viele Winkel dieser Erde gibt die ich gerne sehen würde, bin ich bisher noch nicht da gewesen, weil ich mit angucken und mit hinfliegen zu deren Zerstörung beitrage.
Ich meine dich nicht direkt. Ich meine niemanden direkt. Ich meine prinzipiell, dass das ganze Gedöns mit der Umwelt für viele nur eine Modeerscheinung ist. Es ist ein Medienkracher und Panikmache, weil letztlich ist es den meisten wurscht, hauptsache der nächste Urlaub ist gebongt und eine Dose kaltes Bier im Kühlschrank.

Und frag mal die wirklich Armen, die sich ihren Urwald zusammenbrennen, damit die Familie eine heiße Suppe bekommt, was sie vom Urwaldabholzen halten und sag ihnen, sie dürfen den Urwald nicht abholzen, weil er die grüne Lunge für unser Europa ist.

Es ist nichts persönliches @mat-in - es ist mE nur hoffnungslos.

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Re: Weltklimagipfel

Beitragvon Raumkapitän » Mo 28. Feb 2011, 17:24

stine hat geschrieben:O.K., ich dachte, du meintest, es hätte einen gesundheitlichen Aspekt. :doh:

China zählt immer noch zu den Entwicklungsländern, da das Wachstum sehr einseitigen Wohlstand bringt.
Der Vergleich mit dem Krebsgeschwür ist durchaus zulässig, da es in der Tat zu gefährlichen Überwucherungen kommt, die das gesunde, langsam entstandene Gefüge nachhaltig zerstören oder gar abtöten.

LG stine


Es gibt noch einen Organismus auf diesem Planeten, der genauso verfährt. Wissen Sie, welcher...?
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