Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon Entität » Fr 7. Mai 2010, 16:40

@Platon

Respekt, so ausdiffernziert wie deines ist mein biologisches Wissen nicht, bei mir waren die ganzen EinzellerBakterien, aber ich sehe grade Protisten sind schon grundlegend anders, thx. Darf man fragen woher die guten Hintergrund Infos?

greets Entität
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Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon Gernot Back » Sa 8. Mai 2010, 19:52

Zurück zu dem interessanten Thema, das ich leider bisher gar nicht wahrgenommen habe:

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Menschenfrauen deshalb längeres Haupthaar als die männlichen Vertreter ihrer Spezies entwickelt hätten, weil sie dadurch eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, dass sie bei Überfällen von Männern fremder Sippen durch Vergewaltigung schwanger wurden: Die Vergewaltiger hätten die Frauen so an ihren langen Haaren besser "greifen" und sie selbst sich der Vergewaltigung weniger gut durch Flucht entziehen können. Ein Übermaß an Inzucht innerhalb der Sippen sei so verhindert worden.

Eine hohe Disposition, zum Vergewaltigungsopfer zu werden, wäre demnach als evolutionärer Vorteil von Frauen anzusehen! Weibliche chinesische Krüppelfüße oder Hochhackenstilettos, die Hetero-Pornodarstellerinnen selbst im Bett nicht ausziehen, haben da wohl einen ähnlichen Effekt. :explodieren:

Möglicherweise habe ich das vor Jahren in einem populärwissenschaftlichen Magazin auf dem Niveau von PM gelesen: Hier ein ähnlicher niveauvoller PM-Beitrag zum Thema, aber leider nicht der, nach dem ich gesucht habe.

Gruß Gernot
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Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon platon » Sa 8. Mai 2010, 21:03

Gernot Back hat geschrieben:Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Menschenfrauen deshalb längeres Haupthaar als die männlichen Vertreter ihrer Spezies entwickelt hätten, weil sie dadurch eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, dass sie bei Überfällen von Männern fremder Sippen durch Vergewaltigung schwanger wurden: Die Vergewaltiger hätten die Frauen so an ihren langen Haaren besser "greifen" und sie selbst sich der Vergewaltigung weniger gut durch Flucht entziehen können. Ein Übermaß an Inzucht innerhalb der Sippen sei so verhindert worden.

Also mal abgesehen, dass das Müll ist (dafür gibt es nämlich nicht die geringste Evidenz), hast Du irgend einen Hinweis, dass Frauenhaar länger wird als Männerhaar? Momentaner Weltrekordler in punkto Haarlänge ist übrigens ein Mann!
Das einzige was damit bewiesen wird, ist, dass nichts zu blöd ist, um nicht gedruckt zu werden.
Ich hoffe, Du hast über den Blödsinn ebenso schallend gelacht wie ich. Es soll leider aber auch Leute geben, die so etwas glauben. Schließlich gibts auch Leute, die an unsichtbare und unbeweisbare Geister glauben ...
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Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon Jarl Gullkrølla » Sa 8. Mai 2010, 22:42

Ja, die entscheidenden 5% - und wenn es dann noch etwas ist, das irgendwie interessant sein könnte auch außerhalb des spezifischen Fachgebietes ("Erleben und Denken Engländer anders als Deutsche, weil ihre Sprache Aspekt auzudücken vermag?"); so wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit gedruckt, obwohl hunderte Milliarden anderer Studien keinen Unterschied festzustellen mochten... und dann wird sich über die Bild aufgeregt... aber wer möchte auch einen zwanzigseitigen Aritkel lesen in dem steht: "Wir haben eine Theorie aufgestellt, und unsere Forschungen ergaben, dass sie nicht stimmt." - oder "Als wir auf Crack waren haben wir uns richtig coole Sachen ausgedacht, die wir dann in einem Artikel veröffentlichten - er wurde angenommen, und wir konnten uns nicht einmal erinnern ihn submittet zu haben, da wir ja auf Crack waren; dies nun unser neuer Artikel, der offensichtlichste Gegenevidenz anführt, und keine haarsträubenden Erkenntnisse beinhaltet, weil wir inzwischen wieder nüchtern sind."
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Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon Gernot Back » So 9. Mai 2010, 08:53

Hallo Platon!

platon hat geschrieben:Also mal abgesehen, dass das Müll ist (dafür gibt es nämlich nicht die geringste Evidenz), hast Du irgend einen Hinweis, dass Frauenhaar länger wird als Männerhaar? Momentaner Weltrekordler in punkto Haarlänge ist übrigens ein Mann!

Also wenn du dieses mittlerweile verstorbene männliche Exemplar meinst: Das gilt nicht, denn dessen noch an den Haarwurzeln verankerte Haare sind mit bereits ausgefallenen, längst abgestorbenen verfilzt!

Nein, tatsächlich neigen Männer doch im allgemeinen und schwule Männer ganz besonders dazu, die Haupthaartracht eher bewusst kurz zu halten. Außerdem gehen Männern die Kopfhaare aufgrund des männlichen Sexualhormons Testosterons früher aus und sie neigen oft schon in jungen Jahren zu Glatzenbildung. Langes, lichtes Haupthaar um eine Platte herum sieht da einfach nicht besonders toll aus und wäre alles andere als sexuell attraktiv.
Also Platon, Baby, schüttel dein Haar für mich! :ventilator:

Gruß Gernot
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Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon 1von6,5Milliarden » So 9. Mai 2010, 09:13

@ Gernot:
Die von dir wiedergegebene (aber nicht deine)These erinnert mich irgendwie an die Begründungsversuche, warum es doch natürlich sei, wenn alte Männer kleine Mädchen missbrauchen.
Deine nachgereichte Anmerkungen sind aber schon eher unüberlegt. Haare sich kurz halten (abschneiden) können ja auch Frauen, wenn sie nicht in Back'scher Manier (it's a joke) verschleppt werden wollen.
Auch der manchmal frühe Haarausfall bei Männern ist erstens selten und zweitens trotzdem schon in einem Alter, in dem es hierfür nicht mehr so relevant ist. Auch ein langer Haarkranz eines 50jährigen Steinzeitmenschen eignet sich zum Festhalten. Und fürs an den Haaren (herbei)ziehen ist es ziemlich irrelevant ob die Haare jetzt 50 cm, 1m oder 2m lang sind.
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Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon Gernot Back » So 9. Mai 2010, 11:09

1von6,5Milliarden hat geschrieben:Auch ein langer Haarkranz eines 50jährigen Steinzeitmenschen eignet sich zum Festhalten.

Die Idee, dass vermehrungswütige Zeitgenossinnen sich daran zwecks Samenraubs vergriffen hätten, ist allerdings von vornherein absurd.

Gruß Gernot
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Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon platon » So 9. Mai 2010, 14:06

Gernot Back hat geschrieben:... tatsächlich neigen Männer doch im allgemeinen und schwule Männer ganz besonders dazu, die Haupthaartracht eher bewusst kurz zu halten.

Das ist aber etwas ganz anderes als
Gernot Back hat geschrieben:dass Menschenfrauen deshalb längeres Haupthaar als die männlichen Vertreter ihrer Spezies entwickelt hätten


Gernot Back hat geschrieben:Langes, lichtes Haupthaar um eine Platte herum sieht da einfach nicht besonders toll aus und wäre alles andere als sexuell attraktiv.

Das ist einer der immer wieder gern begangenen Irrtümer. Es gibt keine universelle sexuelle Attraktivität! Hast Du schon mal Khoisan- und Khoi Khoi-Frauen mit ihrem Fettsteiß (Steatopygie) gesehen? Für uns etwas zum Abgewöhnen. Die Männer dieser Völker finden das hoch erotisch.
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Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon xander1 » Do 30. Aug 2012, 22:53

Also ...
ich habe noch eine weitere Erklärung warum lange Haare - wo auch immer - evolutionär von Vorteil sind.
Und zwar kann man aus Haaren etwas herauslesen.
Das mögliche Alter der Person
Den Gesundheitszustand
Und bei langen Haaren ist es möglich dies über einen längeren Zeitraum zu überblicken.

( Zum Glück besucht platon das Forum nicht mehr - ich denke er hat dem Forum mehr geschadet als genützt. )
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Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon Lumen » Do 30. Aug 2012, 23:54

Wo ich das im Eingangspost las: Haar hört nicht auf zu wachsen, wenn es eine bestimmte Länge erreicht hat. Auch Augenbrauen wachsen fortwährend weiter. Es erscheint nur so, dass eine bestimmte Länge mehr oder weniger konstant bleibt, weil Haare irgendwann ausfallen und somit die Länge durch die "Lebensdauer" des Haares begrenzt wird. Das Kopfhaar hat normalerweise eine sehr lange "Lebensdauer", weshalb lange Haare möglich sind. Aber nicht jede Frau kann sich Haare bis zum Hintern wachsen lassen, auch wenn sie wollte, und die Haarpracht der meisten Männer ist von kürzer werdender "Lebensdauer" und Verkümmerung der Haarwurzeln mehr oder weniger stark betroffen.
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Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon xander1 » Fr 31. Aug 2012, 10:05

Ja wollte noch meinen, dass ich mit Gesundheitszustand insbesondere Mangelernährung meine.
Das heißt, Fingernägel und Haarpracht sehen anders aus, wenn die nötigen Stoffe in der Nahrung fehlen.
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Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon webe » Fr 31. Aug 2012, 20:42

Vielleicht gab es eine Zeit in der langes Frauenhaupthaar eine besondere Anziehungskraft auf die Männer ausübten: Modetrend, gab es auch in der Vorzeit und Handelaustausch über Grenzen hinweg, somit waren jene Frauen gefragter und die Evolution hat sich mit der Zeit angepasst.

Eine andere Fragstellung dazu: Gab es jene sogenannten Wasseraffen, an die englische Naturforscher Morris glaubt und warum haben unsere nächsten Tierverwandten nicht solche Schwimmhäute? Passt zur Kopfhaarfrage!
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Re: Evolutionärer Vorteil vom Kopfhaarwachstum?

Beitragvon xander1 » Fr 31. Aug 2012, 21:49

Ich glaube selbst Wikipedia beantwortet diese Frage besser, als wir das hier im Forum können.
Ich glaub dazu müsste man vielleicht sowas wie Bio studiert haben.
Nagut - man kann auch viel freie Zeit reinstecken und das dann versuchen zu beantworten.
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