Jährliche 'Edge'-Frage

Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon Libertaer » Mo 14. Jan 2013, 12:22

Ich poste das mal hier, weil ich finde, dass 'Edge' eine Organisation ist, die mit den Zielen der 'Brights' voll kompatibel ist...

Die 'Edge'-Frage 2013 lautet: 'Wovor sollten wir Angst haben?'
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon stine » Mo 14. Jan 2013, 13:52

Zitat: "Eine bessere Antwort die auf gegenseitigem zivilisatorischen Respekt basiert wäre zu fragen, was können wir von dem, was die Chinesen tun lernen und wie können sie uns dazu anhalten, ihnen zu helfen, sich eine schöne neue Welt zu schaffen?"

Wenn ich das richtig übersetzt habe, dann sind die Chinesen jetzt dort angelangt, wo sich Politiker hierzulande schon vor langer Zeit verrannt haben. Eugenik ist ein Menschen verachtendes Instrument zur Perfektionierung der Bevölkerung. Eine Manipulation am Volk. Das Ausgrenzen nicht Perfekter und das bewusste Schaffen von Eliten.
Warum wundert es mich nicht, dass sowas in China klaglos geschehen kann?
Wundern kann mich höchstens, dass es offensichtlich im Westen immer wieder Befürworter für die steuernde Erzeugung von Human-Kapital gibt.

LG stine
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon xander1 » Mo 14. Jan 2013, 17:16

@stine: Das ist einfach nur China Bashing. Wirkt irgendwie wie eine Verzweiflungstat.

Libertaer:
Angst sollten wir vor haben vor Gefahren aus dem Weltall, wozu auch Außerirdische gehören könnten.
Angst vielleicht auch davor, dass der Westen bald nicht mehr führend in der Welt ist.
Angst vor einem Verkehrsunfall ist auch nicht verkehrt.
Angst vor Drogen macht Sinn.
Angst vor Gehrinwäsche und Manipulation finde ich gerechtfertigt aus meiner persönlichen Sicht.
Angst vor der Angst ist nur dann eventuell zu gebrauchen, wenn man zu viel Angst hat, aber vielleicht bringt das was...


so mehr fällt mir jetzt nicht ein
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon Libertaer » Mo 14. Jan 2013, 20:47

stine hat geschrieben:Eugenik ist ein Menschen verachtendes Instrument zur Perfektionierung der Bevölkerung.

Da würde mich interessieren, was daran genau und warum 'menschenverachtend' ist.
stine hat geschrieben:Eine Manipulation am Volk.

Das ist eine Grippeimpfung auch.
stine hat geschrieben:Das Ausgrenzen nicht Perfekter und das bewusste Schaffen von Eliten.

Wieso?
stine hat geschrieben:Warum wundert es mich nicht, dass sowas in China klaglos geschehen kann?

Vermutlich wegen des dauernden medialen Trommelfeuers gegen China.
stine hat geschrieben:Wundern kann mich höchstens, dass es offensichtlich im Westen immer wieder Befürworter für die steuernde Erzeugung von Human-Kapital gibt.

'Erzeugung von Human-Kapital' ist Polemik (was okay ist, aber nicht unbedingt zu Erkenntnisgewinn führt).

Im Übrigen gibt es auf die 'Edge'-Frage 151 Antworten, also für jeden Geschmack etwas.
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon Lumen » Mo 14. Jan 2013, 20:53

Klimawandel, Artensterben, Bienensterben, (politischer) Einfluss von Religionen
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon xander1 » Mo 14. Jan 2013, 22:17

ja und die Brights selbst
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon Nanna » Fr 18. Jan 2013, 01:16

Zum Thema Eugenik geht es unter Eugenik weiter.
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon xander1 » Fr 18. Jan 2013, 11:58

Vor Nanna, unserem Hohepriester der erfürchtigen Brights-Sekte.

:god:
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon Nanna » Fr 18. Jan 2013, 12:53

Ach komm, die paar Klauen an meinen Händen... :suess:
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon stine » Sa 19. Jan 2013, 17:45

Wir sollten davor Angst haben, dass wir mit gezielten Presseinformationen manipuliert werden; Angst vor gezielter Meinungsmache über die Medien. Nicht alles was geschrieben wird, ist vorurteilsfrei für wahr zu halten. Gerade im Wahljahr 2013 werden wir viele Male zwischen den Zeilen müssen.

Und wir sollten davor Angst haben, dass unsere Kinder oder ganze Bevölkerungsgruppen vor dem Fernseher verblöden.
Dschungelcamp & Co lassen grüßen :desperate: .

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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon fritz-ferdinand » So 20. Jan 2013, 20:01

Also ich stimme für die Angst vor der Verwahrlosung meiner Umgebung. Man braucht immer mehr Geld, weil alles irgendwie kommerzialisisert wird (was früher z.B. Höflichkeit oder Nachbarschaftshilfe war), und so viele Leute erhalten immer weniger. Überleben verlangt immer mehr Zeit und Ressourcen, und die Gefahr, plötzlich aus irgendeiner unvermuteten Richtung her die Lebensgrundlage zu verlieren und ohne soziales Netz abzustürzen wird immer größer. Es bleibt keine Zeit mehr für Erziehung zur Menschlichkeit, auch nicht der eigenen, und der Umgang miteinander wird immer gleichgültiger und brutaler. So jedenfalle mein Empfinden.
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon stine » Mo 21. Jan 2013, 10:29

fritz-ferdinand hat geschrieben:...und die Gefahr, plötzlich aus irgendeiner unvermuteten Richtung her die Lebensgrundlage zu verlieren ...
Dem stimme ich zu. Die Arbeitswelt ist abstrakter geworden. Immer weniger müssen immer mehr leisten und das auch noch ohne Netz und doppelten Boden. Es wird uns immer öfter gesagt, unsere Arbeit wäre nicht mehr bezahlbar. Stellenabbau wird in Größenordnungen betrieben, dass man sich festhalten muss, wenn man die Zahlen hört. Es hat aber leider auch keinen Sinn, alles verstaatlichen und Arbeitsplatzgarantien schaffen zu wollen.
Die schwindende Sicherheit ist vermutlich ein Problem der nächsten Jahre.

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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon Vollbreit » Mo 21. Jan 2013, 11:18

Dem stimme ich zum Teil zu.
Es ist aber nicht unbedingt die reale Sicherheit, die flöten geht, aber es scheint so zu sein, dass das Empfinden in einer sicheren Welt zu leben, schwindet.

Diese Deutung umgeht glaube ich etwas fruchtlose Diskussionen, die ich in der einen oder anderen Art immer wieder erlebt habe, in denen sich das eine Lager mit der Aufzählung dessen was früher alles besser war und das andere, dass zur gleichen Zeit erzählt, dass es nie so gut war wie heute, mit Beispielen wechselseitig überbieten.

Wir haben die Probleme damals zum Teil nicht wahrnehmen wollen oder können, wir hatten eine weniger mediendurchtränkte Welt und wir hatten den Glauben an den eurozentristischen Mythos von der Ausdehnung von Demokratie und Coca Cola, Fortschritt und Technik über die ganze Welt.

Der Feind war klar zuzuordnen, er war mächtig, aber letzten Endes rational, Probleme der Gesundheit schienen eine Frage von Zeit und Forschung zu sein.

Für mich sind der Höhe- und Umkehrpunkt (für die westliche Wertegemeinschaft) Ende der 1960er und Anfang der 1970er. Die Antibiotika eine Wunderwaffe, das erste Herz tranplantiert, die Seuchen schienen besiegt, die Natur noch in Ordnung (in der Wahrnehmung), die Geschlechter fügten sich noch brav in ihre Rollen, der Mond erobert, Energieknappheit gab es nur, wenn die Saudis die Förderung drosselten, demographischer Wandel kein Thema, man nährte sich vom Wirtschaftswunder (in Deutschland).

Wer wollte da nicht dem Machbarkeitsmythos verfallen?
Überall ist von narzisstischer Kränkung die Rede, die Erde nicht der Mittelpunkt der Welt (wen juckt das schon?), angeblich kein freier Wille (ein aufgeblähter Unsinn), aber die wirkliche Kränkung ist doch, dass niemand mehr so richtig an den linearen Fortschritt glauben mag.
Das ist eine Desillusionierung, die viele nicht konfrontieren wollen und können.
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon Darth Nefarius » So 24. Mär 2013, 13:50

Eine tolle Frage, die mehr Beachtung verdient hätte und vielleicht abstrakter als mit den alltäglichen Ängstlichkeiten beantwortet hätte werden können.
Die Angst vor dem Tod ist für jedes halbwegs funktionierende Lebewesen zentral, es ist die vielleicht größe Motivationsquelle, lässt einen mehr schaffen als andere. Diese Angst ist abstrakt genug, um zwar unter der Oberfläche schlummernd keinen Wahnsinn auszulösen (sofern der verstand gefestigt ist und Potential hat), jedoch kann sie durch ihre allgegenwärtige Aktualität nicht vergessen werden. Sie ist die negative Bezeichnung für Hoffnung auf Leben. Diese Angst unterscheidet Jugend von Alter, Energie von Resignation und Selbstbetrug (egal in welchem Zustand der Körper ist).
Seien wir mal ehrlich, gerade in diesem Forum und in diesem Teil der Welt kann man es sich doch leisten mal nicht so eine Frage mit der Angst vor der nächsten Gehaltskürzung zu beantworten, oder?
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon NeoTron » Mo 25. Mär 2013, 13:21

Darth Nefarius hat geschrieben:Die Angst vor dem Tod ist für jedes halbwegs funktionierende Lebewesen zentral...


...und bei Menschen die wichtigste Triebfeder zur Entstehung von Religion(en).
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon Darth Nefarius » Di 26. Mär 2013, 12:34

Ja, aber nur bei Menschen, die mit dieser Angst nur durch Verdrängung und Selbstbetrug auskommen. Diese Angst hat im Grunde jeder, was die ganze Philosophie des Lebens ausmacht ist der Umgang mit der Sterblichkeit. Entweder verneint man sie einfach dreist und erfindet alles mögliche, um diese Angst zu unterdrücken, oder man stellt sich ihr.
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon NeoTron » Do 28. Mär 2013, 11:53

@Darth Nefarius

Warum hast du Angst vor deinem Tod?
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon Darth Nefarius » Fr 29. Mär 2013, 19:02

Weil das Leben mehr zu bieten hat als der Tod, wie ich als Atheist annehme. Wenn ich tot bin, kann ich weder das Leben genießen, noch in schlechten Zeiten wenigstens die Hoffnung haben, dass es besser wird (was mehr ist als keine Hoffnung zu haben, keine Ziele, keine Gedanken). Ich bin dann einfach ein nichts ohne Bewusstsein, ohne Leben. Was ist an diesem Zustand erstrebenswert oder duldbar? Das Leben ist vielleicht der einzige Selbstzweck, den es gibt.
Schon ein Atemzug, ein Sonnenstrahl, ein Lächeln, ein köstliches Essen kann Grund genug sein, durch einen widerwertigen Tag zu kommen. Im Zustand des Todes habe ich nichts davon und das nicht zu haben, zu verlieren oder nichtmal erstreben zu können und zu wollen macht mir Angst.
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon NeoTron » Di 9. Apr 2013, 10:05

Danke für deine offene(n) Antwort(en). Ich finde sie sehr interessant. Folgende Arbeit habe ich im Net zum Thema gefunden: http://www.philosophie.ch/rundertisch/f ... er_tod.pdf
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Re: Jährliche 'Edge'-Frage

Beitragvon Darth Nefarius » Di 9. Apr 2013, 19:37

Habe ich überflogen. Aber das geht an dem vorbei, was ich schreibe: Ich fürchte mich, zu sterben, ich fürchte den Tod. Das ist nicht das gleiche wie zu fragen, ob der Zustand des Todes schlimm ist. Ich bestreite keineswegs, dass ich im Zustand des Todes weder Schaden noch Nutzen erlebe, und für mich (der nicht mehr existieren würde) dieser Zustand nicht zu bewerten und damit nicht schlimm sei. Aber ich will es auch gar nicht erst zu diesem Zustand kommen lassen, ich fürchte es, in diesen Zustand zu kommen. Warum? Weil ich leben will, weil ich wahrnehmen will, genießen, hoffen. Das kann ich in einem Zustand der Wahrnehmungslosigkeit, der Nichtexistenz nicht. Und deswegen fürchte ich es, in diesen Zustand zu kommen. Ich habe nie gesagt, dass ich es fürchte, tot zu sein (was schon ein Widerspruch in sich ist).
Nach der gleichen Logik müsstest du auch sagen, dass ich nicht den Zustand des Überfahrenwerdens (also auch wenn ich überlebe, aber mit schweren Verletzungen) zu fürchten brauche, da die Situation dann ohnehin unumkehrbar ist. Aber jemand, der überfahren werden könnte, würde dieses Ereignis zurecht fürchten, da er seine gesundheit verlieren könnte.
Der Tod bedeutet Verlust von allem; fürchtest du nicht etwas zu verlieren? Wenn du an Alzheimer erkranken würdest, könntest du deinen Zustand auch irgendwann nicht mehr als schlecht oder schlimm bewerten, trotzdem ist zurecht für einen noch gesunden Menschen dieser Zustand furchterregend, da dieser noch seinen Verstand und seine Erinnerungen hat. Ist der generelle Verlust also weniger schlimm, sobald man diesen nicht mehr umkehren kann? Nein, er ist umso schlimmer.
Der Mensch hat Angst vor Verlust, deswegen ist auch hypothetisches (aber gleichzeitig sicheres) wie der Tod eine logische Ursache für Angst. Es ist gerade ein Zeichen an Intelligenz des Menschen, Situationen zu antizipieren und daraufhin zu planen und etwas deswegen auch zu empfinden. Ebenso wäre Vorfreude oder Hoffnung nach Epikur sinnlos, da diese Gefühle auf Erwartung beruhen, die noch nicht eingetroffen sind. Nur dumme Tiere verstehen vielleicht nicht, dass sie sterblich sind. Aber aufgrund dieser Erkenntnis (sobald man sie hat), ist die Furcht logisch.
Es gibt eigentlich momentan genug Themen des Alltags, von denen dir bestimmte Szenarien Angst bereiten. Bereitet dir der Klimawandel (und ein darauf folgendes Aussterben der Arten, wie es so gern prognostiziert wird), Angst? Oder die Konflikte im nahen Osten und die Enwticklungen in Richtung Religions-Diktatur?
Dinge, die uns im Präsens nicht betreffen, sind dennoch relevant für uns. Und auch der Tod betrifft unser Leben, da sein Ende markiert und damit den Verlust all dessen, was wir begehren und lieben. Fürchtest du soetwas wie Verlust nicht? Unabhängig von einer querolanten philosophischen Argumentation?
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