(Geld-)Systemkrise

(Geld-)Systemkrise

Beitragvon Gandalf » Di 2. Feb 2010, 21:32

Hallo!

Ich möchte mal ein aktuelles Thema aufgreifen, das hier nur (so weit ich das überblicken konnte) nur eher so 'indirekt', - auf Symptomebene - angesprochen wurde. ("faule H4- Empfänger"; "Arbeitswelt"; "Demokratie und Freiheit", etc. )

Bis vor kurzem war ich ebenfalls in dem Glauben, dass diese ("bedauerlichen") Vorkomnisse in den Medien und in RL nur indirekt zusammenhängen und gesellschaftspolitisch gelöst werden müss(t)en.

Diese Vorstellung IST FALSCH! Für alle diese "Symptome" in unserer Gesellschaft lässt sich eine monokausaler Zusammehang finden, der offensichtlicher nicht sein könnte, so dass ihn auf Grund dessen die wenigsten zu bemerken scheinen: Unser Geldsystem!

Gerade hier, - wo Menschen versuchen in 'naturwissenschaftlichen Kategorien' zu denken, sollte es eigentlich schon längst aufgefallen sein: Wenn die exponentielle Formel der Geldvermehrung (Zinseszins) mit 'realen Ressourcen' in fester Beziehung gebracht wird, MUSS es einfach zu schweren Verwerfungen - in der Realität - und nicht in der Formel kommen! Da der Zins in der existierenden Geldmenge niemals vorhanden ist, muss er "geschöpft" werden. Wo wird er (ab)geschöpft? Diejenigen, die den Wohlstand erarbeiten müssen sich verschulden, damit Geld für diejenigen "in die Welt kommen kann", die 'keine Leistung' erbringen (und damit sind nicht die "faulen H4ler" gemeint!). Hatte man immer schon den Verdacht, das Volkswirtschaftslehre eine Pseudowissenschaft ist, dann wird dies zur Zeit täglich durch die Politik bestätigt, die diese Lehre(n) umzusetzen versuchen.

Ist etwas das Thema zu heikel um hier diskutiert zu werden?

Das Thema ist tatsächlich nicht so "ohne":
Kritisiert man nämlich 'das Kapital' finden sich sofort welche ein, die einen scheel als "radikalen Linken" ansehen.
Kritisiert man den Zins, bekommt man es regelmäßig mit verwirrten Gutmenschen zu tun, die meinen einen "rechtsradikalen Antisemiten" bekämpfen zu müssen.

Gibt es hier weitere 'freie Radikale'? - ..und was meinen die dazu?

Grüße
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon xander1 » Di 2. Feb 2010, 23:45

Wenn man sich so die Geschichte des Papiergeldes in Frankreich anschaut, stellt man fest, dass der Druck der Noten auf einer Lüge beruhte. Die ganzen Zentralbanken unserer Länder vollziehen diese Lüge nur noch weiter.

Allerdings sehe ich keinen Zusammenhang zwischen unserem Geldssystem und der Arbeitslosigkeit, sondern eher zwischen dem Import und unserer Arbeitslosigkeit, obwohl das wegen unserem Export abwägig scheint.

Wen meinst du dann, wenn du an der einen Stelle keine Harzer meinst?

Ein Millionen oder Millardenbetrüger in den USA wurde nicht ohne Grund zur Zwangsarbeit in der FED verdonnert als Strafe, statt Knast. Die FED arbeitet mit dem gleichen Betrugsverfahren wie dem seinigem.
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon stine » Mi 3. Feb 2010, 07:39

Gandalf hat geschrieben:Wenn die exponentielle Formel der Geldvermehrung (Zinseszins) mit 'realen Ressourcen' in fester Beziehung gebracht wird, MUSS es einfach zu schweren Verwerfungen - in der Realität - und nicht in der Formel kommen!
Ich habe darüber ebenfalls schon des öfteren philosphiert. Wenn man die Situation von der Realität trennt und gesondert betrachtet, stellt man nämlich ganz schnell fest, dass Geldwerte heute schon nur noch auf dem Papier stehen und ihre ganz eigenen Wege gehen.

Mit Leistungstausch, wie ursprünglich gedacht, hat das alles nichts mehr zu tun.
Gerade die Zinsen, die du ansprichst sind ein Phänomen das da nicht reinpasst, weil ja niemandes Arbeit mehr wert wird, nur weil er das Geld dazu geliehen hat. Da will also jemand verdienen, ohne Gegenleistung.

Geldströme haben auch die Eigenschaft zu klumpen. Je mehr irgendwo ist, umso mehr kommt zwangsläufig dazu - eben aus dieser Zinspolitik betrachtet. Wer also Zinsen zahlen muss ist der Lieferant virtueller Geldmengen, die in der Realwirtschaft niemals vorgesehen waren und wer Zinsen kassiert ist jemand, der Geld ohne Gegenwert bunkert oder in Umlauf bringt.

Ich finde das Thema hochinteressant. Was muss man dafür studiert haben?

LG stine
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon xander1 » Mi 3. Feb 2010, 14:06

Wer Wirtschaftsgeschichte auf eine Unterhaltsame und Spannende Art lesen möchte, dem empfehle ich "Schumpeters Reithosen: Die genialsten Wirtschaftstheorien und ihre verrückten Erfinder". Zugegeben, der Titel ist etwas reißerisch, aber das Buch ist gut und hat 4 Sterne bei Amazon.
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Mark » Mi 3. Feb 2010, 14:58

Banken gehören in die Hand des Staates. Es braucht eine zentrale Sicht auf alle vorhandenen Gelder, wie sonst soll ein Staat sonst Geldpolitik machen, wenn er auf die Zuarbeit von tausenden Banken angewiesen ist ?
Genauso Versicherung. Das muss alles möglichst günstig angeboten werden können. Banken und Versicherungen regieren aber die Welt. Eine friedliche Umstellung ist völlig ausgeschlossen.
Idealerweise schafft man einfach den Staat ab und lässt die Banken/Versicherungen sich zu einer neuen Regierung formieren. Im Endeffekt aber haben wir genau das schon jetzt..
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Nanna » Mi 3. Feb 2010, 18:04

Gandalf hat geschrieben:Wenn die exponentielle Formel der Geldvermehrung (Zinseszins) mit 'realen Ressourcen' in fester Beziehung gebracht wird, MUSS es einfach zu schweren Verwerfungen - in der Realität - und nicht in der Formel kommen! Da der Zins in der existierenden Geldmenge niemals vorhanden ist, muss er "geschöpft" werden. Wo wird er (ab)geschöpft? Diejenigen, die den Wohlstand erarbeiten müssen sich verschulden, damit Geld für diejenigen "in die Welt kommen kann", die 'keine Leistung' erbringen (und damit sind nicht die "faulen H4ler" gemeint!). Hatte man immer schon den Verdacht, das Volkswirtschaftslehre eine Pseudowissenschaft ist, dann wird dies zur Zeit täglich durch die Politik bestätigt, die diese Lehre(n) umzusetzen versuchen.

Klar können wir das hier diskutieren - aber: Könntest du das Problem etwas ausführlicher erklären? Mir ist anhand dieses kurzen Absatzes nicht klar, wo sich jetzt genau ein Problem ergibt.
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon stine » Mi 3. Feb 2010, 18:51

Ich verstehe das so, dass diejenigen die den Wohlstand erarbeiten Kreditnehmer sind, die das Geld für ihre Existenz aufnehmen, um mit den Zinsen jene zu nähren, die nur aus ihrem Kapital schöpfen wollen.
Hinter diesen Zinsen steckt aber keine Arbeitsleistung, ist also schon Geld ohne Gegenwert, weil im Prinzip nur die Geldmenge im Umlauf sein dürfte, die mit einem Gegenwert verbunden werden kann.
Ein Häuschen hat, bis es abbezahlt ist, nicht seine 300.000.- € sondern mit Zinsen 600.000.- € gekostet, ist aber deswegen nicht mehr als 300.000.-€ wert.
Der Ursprung des Geldes war dem Naturaltausch sozusagen als Lückenfüller zugedacht, wenn man nicht sofort etwas dagegen zu setzen hatte. Der Leihzins für dieses Tauschpapier ist also ohne Gegenwert.

LG stine
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Nanna » Mi 3. Feb 2010, 19:44

stine hat geschrieben:Hinter diesen Zinsen steckt aber keine Arbeitsleistung, ist also schon Geld ohne Gegenwert, weil im Prinzip nur die Geldmenge im Umlauf sein dürfte, die mit einem Gegenwert verbunden werden kann.


a) "keine Arbeitsleistung"
Hinter den Zinsen steht sehr wohl Arbeitsleistung, nämlich die der Banker, die in den Privat- und Zentralbanken arbeiten (lassen wir bitte an der Stelle den spekulativen Finanzmarkt außen vor, der hat damit vom Prinzip her erstmal nichts zu tun). Diese Leute müssen für ihre Arbeit auch entlohnt werden und daher werden Zinsen als Dienstleistungsgebühr einerseits und als Versicherungsschutz gegen einen Kreditausfall andererseits erhoben.

b) "umlaufende Geldmenge"
Die umlaufende Geldmenge entspricht im Prinzip (Idealfall) den realen Geldwerten + Kredite. Das Kreditgeld werden von Zentralbanken tatsächlich als virtuelles Geld erschaffen, dann an die Banken günstig weiterverliehen, damit diese überhaupt Kapital haben, allerdings nach einer bestimmten Frist wieder einkassiert und gelöscht, wordurch die Geldmenge wieder die Realwerte repräsentiert. Die Zinsen, die im Laufe dieses Zyklus erhoben wurden, wurden dabei dem realen Wirtschaftskreislauf entzogen und gehen an die Banken, werden von diesen aber als Investitionen und Löhne auch wieder in selbigen eingebracht (weshalb der Glaube, dass Zinsen zu einer stetigen Vermehrung der Geldmenge führen würden, soweit ich das mit meinen Laienkenntnissen überblicke, ein Irrglaube ist).
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Gandalf » Mi 3. Feb 2010, 20:35

Hallo!
(Danke für die rege Beteiligung)

Bevor ich auf einzelne Aussagen einzugehen versuche, möchte ich ein paar ausgesuchte links einstellen, da das Thema zwar sehr umfassend ist, aber von der breiten Öffentlichkeit und den (System-)Medien praktisch nicht aufgegriffen wird, dürften die Ideen dort auch weitgehend unbekannt sein (obwohl sie imho viele Lösungsansätze für die sozialen Probleme unserer Gesellschaft (und der Menscheit) beinhalten)

http://www.monetative.org/
http://www.berndsenf.de/index.html
http://www.humanwirtschaftspartei.de/
http://www.nwo.de/
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/ ... ldsyndrom/
http://www.helmut-creutz.de/
http://www.egon-w-kreutzer.de/Geld/Sammlung%20Geld.html
http://www.rheingoldregio.de/

(gibt es die Möglichkeit die links noch in den ersten Beitrag hineinzueditieren?)
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Kurt » Mi 3. Feb 2010, 20:52

stine hat geschrieben:Ein Häuschen hat, bis es abbezahlt ist, nicht seine 300.000.- € sondern mit Zinsen 600.000.- € gekostet, ist aber deswegen nicht mehr als 300.000.-€ wert.


Wieso hat der klardenkende Häuschenbauer dann die 600.000 abgestottert, und nicht gewartet, bis er 300.000 angespart hat, dann das Häuschen gebaut und sofort bezahlt?

Richtig: weil er das Häuschen dann 25 Jahre später gekriegt hätte. Der Wert des Hauses liegt sozusagen in den Augen des Betrachters, nicht im Häuschen selber. Was du meinst, ist der Preis. Der Preis ist das, was ein Ding kostet. Der Wert ist das, was man dafür ausgeben würde.
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Gandalf » Mi 3. Feb 2010, 21:11

stine hat geschrieben:Ich finde das Thema hochinteressant. Was muss man dafür studiert haben?
LG stine


Hallo stine
(Du hast offensichtlich wesentliche Punkte schon erfasst)
Vor "Urzeiten" hatte ich mal ein paar Semester Volkswirtschaftslehre, - da wurde das Geldsystem am Rande (und in Formeln) berührt (Geldumlauf = Geldmenge * Umlaufgeschwindigkeit oder so). 'Was' diese Formeln letztlich für Konsequenzen beinhalten wurde nicht hinterfragt (ich nahm einfach an, dass das alles schon so seine Richtigkeit hat, da dieses System ja schon "immer so funktioniert" hat und konzentrierte mich auf "wesentlichere Sachen" (wie z.B. den Neoliberalismus, der gefragt war/ist)

Das Problem mit der Volkswirtschaftslehre ist: Sie betreibt Inzucht. Und wie es bei Pseudowissenschaften so üblich ist, stellt man sich gern in's Blitzlicht neben 'echten' Wissenschaftlern um dem dummen Volk entsprechendes vorzugaukeln. Wenn Nobelpreise für diese "Wissenschaft" vergeben werden, haben diese ja nichts mit den bekannten Nobelpreisen für die Naturwissenschaften zu tun. Die letzteren werden von der bekannten 'Nobel-Stiftung' vergeben, - die Ersteren von der "ältesten Zentralbank der Welt" http://de.wikipedia.org/wiki/Preis_f%C3 ... fred_Nobel.

Da braucht man sich also nicht wundern, dass diese "Auslobungen" in den letzten Jahrzehnten per "Dauerabo" an Angloamerikaner vergeben wurden und niemand von den Preisträgern die derzeitige Krise hat kommen sehen.. (ein einmaliger, natürlich unvorhersehbarer "Betriebsunfall" also, der einen nicht hindern sollte den eingeschlagenen Weg fortzusetzen)

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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Gandalf » Mi 3. Feb 2010, 21:48

xander1 hat geschrieben:Allerdings sehe ich keinen Zusammenhang zwischen unserem Geldssystem und der Arbeitslosigkeit, sondern eher zwischen dem Import und unserer Arbeitslosigkeit, obwohl das wegen unserem Export abwägig scheint.


Es existiert hier sogar ein unmittelbarer Zusammenhang:

Es ist in einer globalisierten Welt einfach renditeträchtiger unsere patentgeschützten Produkte nicht bei uns zu produzieren, sondern viel billiger in China. (Aber an uns zu verkaufen). Jedesmal wenn eine Fabrik hier bei uns geschlossen wird und woanders aufgebaut wird, - wird Rendite generiert, - zu Lasten der Arbeitnehmer, zu Gunsten der Kapitalfonds oder der "Global Players", die diese Umsiedlung veranlasst haben. Da das Büro (und der oftmals in Jahrzehnte erarbeitete "gute Name") jedoch oftmals und aus Prestigegründen in Deutschland bleiben, wird uns das als "Exporterfolg" vermittelt.

Die 'Idealvorstellung' das eine Volkswirtschaft Überschüsse exportiert um den Wohlstand der selbigen im Inland zu vermehren ist eine wohl gepflegte Fabel der Volkswirtschaft. - Sie hat mit der Realität nichts zu tun. Die Gewinne die im Export erwirtschaftet werden fliessen unmittelbar den Kapitalgebern (und dem weltweiten Kapitalstock) zu. Die (in der Wirtschaftspresse gefeierte) Freude darüber, dass wir "Exportweltmeister" sind, ist in etwa vergleichbar mit dem Nutzwert von "wir sind Papst".
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Gandalf » Mi 3. Feb 2010, 21:59

xander1 hat geschrieben:Wen meinst du dann, wenn du an der einen Stelle keine Harzer meinst?

Ein Millionen oder Millardenbetrüger in den USA wurde nicht ohne Grund zur Zwangsarbeit in der FED verdonnert als Strafe, statt Knast. Die FED arbeitet mit dem gleichen Betrugsverfahren wie dem seinigem.


-..ich meine damit diejenigen, die 'leistungslos' Einkünfte erzielen. Und Du sagst es ja selber: Das "Betrugsverfahren (nicht nur) der FED" ist ein Pyramidenspiel, bei dem viele um ihre ehrliche Arbeit betrogen werden, damit die Pyramidenspitze weiterhin unhinterfragt abkassieren kann. Dieses Pyramidenspiel geschieht täglich auch hier bei uns, jedesmal, wenn eine Bank Geld 'aus dem Nichts' schöpft.

Uns wurde gelehrt, dass ein Kredit nur dadurch ausgereicht werden kann, dass ein anderer (Sparer) vorher was gespart hat. Das ist absoluter Schwachfug:

Heutzutage geschieht das folgendermaßen:
Buchungssatz: Kreditkonto an Girokonto 1 Mio
Schon habe ich 1 Mio geschöpft und kann diese "einsetzen" - der Sparer ist dabei überhaupt nicht nötig! (nur der Glaube eines Außenstehenden, das ich dazu in der Lage bin jederzeit 1 Mio auszuzahlen)
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Gandalf » Mi 3. Feb 2010, 22:12

Mark hat geschrieben:Banken gehören in die Hand des Staates. Es braucht eine zentrale Sicht auf alle vorhandenen Gelder, wie sonst soll ein Staat sonst Geldpolitik machen, wenn er auf die Zuarbeit von tausenden Banken angewiesen ist ?

Richtig!
http://www.monetative.org/
Wir müssen Geld endlich als 'öffentliches Gut' betrachten, dass uns vom Staat (also unserer Sozialgemeinschaft) zur Verfügung gestellt wurde, um bequem unsere Leistungen untereinander auszutauschen und zu "transportieren", - ähnlich wie die kostenlosen Kofferkulis am Bahnhof.

Was würden wir denn denjenigen sagen, die diese Kofferkulis mutwillig blockieren und zurückhalten, um dann selbst die Hand für eine "Verleihgebühr" aufzuhalten, - für Sachen, die ihnen gar nicht gehören?

Seltsamerweise finden wir das, was wir am Bahnhof höchst verwerflich und unsozial finden, - in unserem Geldystem völlig normal!?
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Gandalf » Mi 3. Feb 2010, 22:50

Nanna hat geschrieben:
stine hat geschrieben:Hinter diesen Zinsen steckt aber keine Arbeitsleistung, ist also schon Geld ohne Gegenwert, weil im Prinzip nur die Geldmenge im Umlauf sein dürfte, die mit einem Gegenwert verbunden werden kann.


a) "keine Arbeitsleistung"
Hinter den Zinsen steht sehr wohl Arbeitsleistung, nämlich die der Banker, die in den Privat- und Zentralbanken arbeiten (lassen wir bitte an der Stelle den spekulativen Finanzmarkt außen vor, der hat damit vom Prinzip her erstmal nichts zu tun). Diese Leute müssen für ihre Arbeit auch entlohnt werden und daher werden Zinsen als Dienstleistungsgebühr einerseits und als Versicherungsschutz gegen einen Kreditausfall andererseits erhoben.

Die 'Arbeitsleistung der Banker' bildet nur einen sehr geringen Teil des Zinses, der einbehalten und wieder als Lohn (an die Bänker) ausgezahlt wird (auch wenn die "Bonidiskussion ein anderes Bild zu vermitteln scheint)
hier eine Grafik dazu: http://www.helmut-creutz.de/pdf/grafiken/012_creutz.pdf

Nanna hat geschrieben:b) "umlaufende Geldmenge"
Die umlaufende Geldmenge entspricht im Prinzip (Idealfall) den realen Geldwerten + Kredite.

Nein. Folgende Unterscheidungen sich sehr wichtig um das Geldsystem zu verstehen: "Geld" ist etwas, womit ich zahlen kann. Sparbücher sind z.B. 'kein Geld', genausowenig wie Pfandbriefe, - da ich mit diesen nicht zahlen kann (auch wenn ich dieses 'Geld_vermögen' in Geld umwandeln kann). Daher ist "Geld" in unserer Gesellschaft: Bargeld + Girokontoguthaben

Als Kredit bezeichnet man regelmäßig Verbindlichkeiten, die 'nicht-täglich' fällig sind, also auch nicht als Zahlungsmittel zur Verfügung stehen (weil sie ja schon zu Geld in Form von Bargeld oder Giroguthaben) geworden und in Umlauf, - oder schon längst wieder als Geldvermögen festgelegt sind.

Nanna hat geschrieben:Das Kreditgeld werden von Zentralbanken tatsächlich als virtuelles Geld erschaffen, dann an die Banken günstig weiterverliehen, damit diese überhaupt Kapital haben, allerdings nach einer bestimmten Frist wieder einkassiert und gelöscht, wordurch die Geldmenge wieder die Realwerte repräsentiert. Die Zinsen, die im Laufe dieses Zyklus erhoben wurden, wurden dabei dem realen Wirtschaftskreislauf entzogen und gehen an die Banken, werden von diesen aber als Investitionen und Löhne auch wieder in selbigen eingebracht (weshalb der Glaube, dass Zinsen zu einer stetigen Vermehrung der Geldmenge führen würden, soweit ich das mit meinen Laienkenntnissen überblicke, ein Irrglaube ist).


Auch diese Vorstellungen sind in vieler Hinsicht falsch.
- Auch wenn viele Volkswirtschaftler nach wie vor der Ansicht sind, dass nur die Zentralbanken Geld schöpfen können: Ich habe es ja schon oben angesprochen - Es braucht nur einen einfachen Buchungssatz um Geld zu schöpfen (Die bei der Zentralbank zu hinterlegende Mindestreserve ist vernachlässigbar)
- Die umlaufende Geldmenge repräsentieren schon lange nicht mehr die "Realwerte" http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge
- die Zinsen gehen in der Hauptsache 'nicht' an die Banken, sondern ganz vorwiegend an die Geldvermögensbesitzer (und z.T an den Staat)
- nicht Banken investieren (evtl. nur in ihre eigenen Besitzstände), sondern Unternehmen
- der Glaube an die Vermehrung des Geldvermögens durch den Zinseszinseffekt ist 'kein Irrglaube'. Geldvermögen kann evtl. nur durch Inflation entwertet werden. Doch diese war in den letzten Jahrzehnten nur in Ausnahmefällen höher als die Rendite die große Vermögen einfahren
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Atanar » Do 4. Feb 2010, 00:31

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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Jarl Gullkrølla » Do 4. Feb 2010, 00:44

Gandalf hat geschrieben:Und wie es bei Pseudowissenschaften so üblich ist, stellt man sich gern in's Blitzlicht neben 'echten' Wissenschaftlern um dem dummen Volk entsprechendes vorzugaukeln.


Ja, da kenn' ich auch einen, warte... ach ja, Dahlke hieß er, Rüdiger Dahlke; vielleicht war das auch etwas anderes...
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon stine » Do 4. Feb 2010, 09:04

Gandalf hat geschrieben:
xander1 hat geschrieben:Wen meinst du dann, wenn du an der einen Stelle keine Harzer meinst?

-..ich meine damit diejenigen, die 'leistungslos' Einkünfte erzielen. Und Du sagst es ja selber: Das "Betrugsverfahren (nicht nur) der FED" ist ein Pyramidenspiel, bei dem viele um ihre ehrliche Arbeit betrogen werden, damit die Pyramidenspitze weiterhin unhinterfragt abkassieren kann. Dieses Pyramidenspiel geschieht täglich auch hier bei uns, jedesmal, wenn eine Bank Geld 'aus dem Nichts' schöpft.

Es ist doch sogar so, dass uns die Hilfeempfänger erst darauf aufmerksam machen, dass das Geld eigentlich gar nicht da ist. Die Unsummen, die man heutzutage mit Nullen gar nicht mehr ausdrücken kann, sind abgeschöpft und erscheinen nur noch auf irgendwelchen Konten. Eigentlich war das Geld nie im Umlauf sondern ist mehr oder weniger "erfunden". Die praktische Auszahlung kann gar nicht stattfinden, weil nichts in Umlauf sein kann, was nie dagewesen ist. Das "echte" Geld fehlt jetzt an allen Ecken und Enden.

Kurt hat geschrieben:Richtig: weil er das Häuschen dann 25 Jahre später gekriegt hätte. Der Wert des Hauses liegt sozusagen in den Augen des Betrachters, nicht im Häuschen selber. Was du meinst, ist der Preis. Der Preis ist das, was ein Ding kostet. Der Wert ist das, was man dafür ausgeben würde.
Die Börsen machen uns weltweit vor, wie der "Preis" der Dinge überschätzt und fehlerhaft eingegliedert wird. Ein Unternehmen ist eben nicht mehr wert, nur weil der Anteilsschein gerade hochgepreist wurde. Spekulationen mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln erhöhen zwar deren Preis, aber nicht ihren Wert. Ein Pfund Reis macht nicht satter, nur weil es für 14 Tage teurer geworden ist.
Geld das hier abgeschöpft wird ist frei erfunden und eigentlich ohne jeglichen Gegenwert.

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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon Gandalf » Fr 5. Feb 2010, 00:50

stine hat geschrieben:Geld das hier abgeschöpft wird ist frei erfunden und eigentlich ohne jeglichen Gegenwert.

So ist es!

Dummerweise werden aber auf das 'erfundene Geld' Zinsen gefordert, die 'real' zu erarbeiten sind. Und wenn man bisher nur das "Gefühl" hatte, das der Effizienz-Druck in der Arbeitswelt immer mörderischer wird, findet man hier die Ursache. --> Die real zu erwirtschaftenden Zinsen sind das Geld, das aus der Realwirtschaft "abgesaugt" wird, um die ungerechtfertigten Forderungen der "Nichtleister" zu bedienen. Ein tendentiell deflationäres Szenario, das zu schweren Verwerfungen in unserer Gesellschaft führt.

Es wird zwar regelmäßig groß und breit über die 'überbordenden Sozialkosten' geschwafelt, die den Arbeitslohn so weit verteuern würden, dass wir international nicht mehr konkurrenzfähig wären, - der weitaus größte Teil der Kosten wird aber geflissentlich unter den Teppich gekehrt (und es scheint niemanden (nicht mal den Gewerkschaften) aufzufallen):

Der Zinsanteil den das Kapital aus jedem Produkt "absaugt" um seinen Erpressungsanspruch an der Sozialgemeinschaft zu bedienen beträgt mittlerweile ca. 30 - 40% an jedem konsumierten Euro! Mit anderen Worten: Jedes Lebensmittel könnte 40% billiger sein" (Mieten noch mehr). Von wegen "freie Marktwirtschaft". Es existiert ein 'Kapitalmonopol', das die Marktwirtschaft zusehends abwürgt (Leider wird regelmäßig von linken Ideologen der Fehler begangen Marktwirtschaft und Kapitalismus gleichzusetzen, so dass auch auf dieser Seite ein 'blinder Fleck' in ihrer Politik vorhanden ist. Marx ist dieser Fehler im Geldsystem ebenfalls nicht aufgefallen, da er sich vorwiegend nur um mit dem Monopol an den Produktionsmittel befasst hat. ) Was wir bräuchten wäre 'neues Geld', das nicht aus der (virtuellen) Schuld geboren ist.
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Re: (Geld-)Systemkrise

Beitragvon stine » Fr 5. Feb 2010, 07:29

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Ohne das "erfundene" Geld könnten wir solche "Arbeit" gar nicht finanzieren:

Ich möchte darauf hinweisen, dass das von mir nicht gehässig, sondern völlig ernst gemeint ist.
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