Frankfurt; Fr, 03.04.2009: Wozu brauche ich einen Gott?

Frankfurt; Fr, 03.04.2009: Wozu brauche ich einen Gott?

Beitragvon Thomas » Fr 27. Mär 2009, 13:46

Freitag, 03.04.2009 20:00 | Dr. Fiona Lorenz
Frankfurt a.M. | Saalbau Bornheim | Arnsburger Str. 24
Veranstalter: http://www.saekulare-humanisten.de
In Kooperation mit: http://brights-rhein-main.de, http://dikom-frankfurt.de

Wozu brauche ich einen Gott?
Gespräche mit Menschen, die religionsfrei sind


Vielen Menschen scheint ein Leben ohne Gott, Religion und Kirche unvorstellbar.
Andere glauben »eigentlich« nicht mehr an Gott, heiraten aber dennoch kirchlich oder bleiben vorsichtshalber Mitglied der Kirche, um einem eventuellen Schicksal in der Hölle zu entgehen oder um soziale und ökonomische Nachteile zu vermeiden, wenn sie in kirchlichen Kindergärten oder Krankenhäusern angestellt sind. Auch in den Medien erhalten die Vertreter der Kirche viel Raum, obwohl in Deutschland die Konfessionsfreien mittlerweile die größte weltanschauliche Gruppe darstellen.

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Gruß
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Re: Frankfurt; Fr, 03.04.2009: Wozu brauche ich einen Gott?

Beitragvon HF******* » Fr 27. Mär 2009, 14:29

Muss man als Bright eigentlich Humanist sein?
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Re: Frankfurt; Fr, 03.04.2009: Wozu brauche ich einen Gott?

Beitragvon Myron » Fr 27. Mär 2009, 22:35

HFRudolph hat geschrieben:Muss man als Bright eigentlich Humanist sein?


Kommt darauf an, was man unter "Humanismus" versteht.
Aber wenn ich das Folgende lese, dann dürfte eigentlich kein Bright einen Grund haben, die Bezeichnung "säkularer Humanist" abzulehnen:
http://www.secularhumanism.org/index.ph ... ction=main

"Secular humanists accept a world view or philosophy called naturalism."
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Re: Frankfurt; Fr, 03.04.2009: Wozu brauche ich einen Gott?

Beitragvon stine » Fr 27. Mär 2009, 23:13

Ein Punkt der mir immer wieder zu denken gibt ist dieser:
* Die Suche nach tragfähigen individuellen, sozialen und politischen Prinzipien des ethischen Verhaltens und sie auf ihre Fähigkeit zur Verbesserung des menschlichen Wohlbefindens und der individuellen Verantwortung hin zu beurteilen.

Das kommt mir immer so vor, als ob jemand seine Kleider wechseln möchte, sich schon mal auszieht, aber das neue noch gar nicht vorliegen hat.

LG stine
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Re: Frankfurt; Fr, 03.04.2009: Wozu brauche ich einen Gott?

Beitragvon HF******* » Mo 30. Mär 2009, 15:46

Wenn wir sowieso alle "secularer Humanisten" sind, brauchen wir uns auch nicht erst so bezeichnen. Das geht einfacher und eindeutiger. Schon aus dem Grund habe ich bei solchen Definitionen ein gewisses Misstrauen: Worauf will mich jetzt die Person festnageln, was ich doch eigentlich gar nicht vertreten habe? Bei den Brights ist das einfach, eine Definition, 9 Prinzipien und die werden auch nicht mehr geändert: Dogmatisch übrigens.

secular = säkular klappt auch schon in der Übersetzung nicht.

@Myron: "säkularer Humanist" das haben die Leute dort vielleicht nett definiert, ein Humanist ansich kann dagegen wiederum alles mögliche sein. Erich Mielke hat sich etwa als Humanisten bezeichnet. Nach dem evolutionären Humanismus können anscheinend auch Menschen umgebracht werden, wenn sie etwa noch im Mutterleib sind (bis zur Geburt) - unabhängig von der Frage, ob sie vielleicht außerhalb des Mutterleibes lange selbst lebensfähig wären. Der Begriff Mensch wird dort an so engen Punkten aufgehängt, dass einiges durch die Maschen fällt. So human ist das dann nicht - und es ist ja auch die Frage, was denn human ist. Was der neue Humanismus ist, weiß auch keiner, wahrscheinlich muss man da Religion attackieren. Alle paar Monate wird umdefiniert.

Der Begriff Humanismus hält nicht, was er verspricht. Er verspricht dieses oder jenes, andere dies und das. Was ist mit den Menschenrechten im Krieg und führt ein Humanist Krieg, wenn ja, wie, indem er im Krankenhaus Soldaten wieder zusammenflickt, Munition herstellt oder die Maschinerie bedient? Ist es humaner, das Volk versklaven zu lassen oder sich am Krieg zu beteiligen? Wie ist es mit „humanitären“ Auslandseinsätzen und darf man Völkermord mit Krieg verhindern?

Zu allen Punkten wurd unter Hinweis auf den Humanismus Bezug genommen: Ich kenne aber keine drei Humanisten, die einer Meinung wären. Entweder ist alles davon humanistisch, oder gar nichts. Eine Definitionsherrschaft gibt es aber nicht. Mir scheint gegenwärtig letzteres überzeugender, denn wenn der Begriff nicht eint und politisch in alle Himmelsrichtungen verwendet wird, um zu sagen dass man selbst „gut“ ist, dann ist es im Wesentlichen eine Leerformel, ein politisches Instrument.

Die Humanisten sind für mich ein wenig die Versicherungsverkäufer im ethischen Bereich. Nachher hat man etwas angenommen, was man nicht haben wollte. Wenn es nichts aussagt, dann lass doch das humanist bei secular weg…
oder sag gleich Bright.
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Re: Frankfurt; Fr, 03.04.2009: Wozu brauche ich einen Gott?

Beitragvon lorenz » Mi 1. Apr 2009, 15:04

stine hat geschrieben:Ein Punkt der mir immer wieder zu denken gibt ist dieser:
* Die Suche nach tragfähigen individuellen, sozialen und politischen Prinzipien des ethischen Verhaltens und sie auf ihre Fähigkeit zur Verbesserung des menschlichen Wohlbefindens und der individuellen Verantwortung hin zu beurteilen.

Das kommt mir immer so vor, als ob jemand seine Kleider wechseln möchte, sich schon mal auszieht, aber das neue noch gar nicht vorliegen hat.

Das scheint mir auch genau die Situation zu sein. Es kommt einem zunehmend zu Bewusstsein, wie löcherig, dreckig und einfach unzureichend die alten Kleider sind. Da sieht man sich natürlich nach anderen um. Wenn der Glaube unglaubwürdig (löcherig) wird, wird es Zeit, sich umzusehen. Diese Zeit ist für viele heute.
Heute ist die Zeit des Einkaufens oder des Selberstrickens. Manches an der neuen Kleidung wird nicht auf Anhieb passen, manches wird bald wieder kaputt gehen. Aber das hilft alles nix. Ab und zu müssen neue Klamotten her.
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Re: Frankfurt; Fr, 03.04.2009: Wozu brauche ich einen Gott?

Beitragvon platon » Fr 10. Apr 2009, 22:49

Schon die Fragestellung ist falsch!
Ich brauche keinen Gott, niemand braucht einen Gott. Nichts auf dieser Welt würde sich ändern oder wäre anders gelaufen, wenn es einen Gott gäbe.
Denjenigen, die in der Vergangenheit behauptet haben, von irgend einem Geist inspiriert etwas Druckreifes (Koran, Bibel etc.) von sich geben zu müssen, sind jeden Beweis schuldig geblieben, dass ihre Ergüsse mehr Inhalt hatten als das, was man unter dem Einfluss von mehreren Flaschen Rotwein oder einiger Tütchen eben so zustande bringen kann.
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Re: Frankfurt; Fr, 03.04.2009: Wozu brauche ich einen Gott?

Beitragvon HF******* » So 12. Apr 2009, 17:05

Platon hat geschrieben:Denjenigen, die in der Vergangenheit behauptet haben, von irgend einem Geist inspiriert etwas Druckreifes (Koran, Bibel etc.) von sich geben zu müssen, sind jeden Beweis schuldig geblieben, dass ihre Ergüsse mehr Inhalt hatten als das, was man unter dem Einfluss von mehreren Flaschen Rotwein oder einiger Tütchen eben so zustande bringen kann.

Juchuu, aber genau!
Es wäre ja erst einmal die Frage, wie überhaupt die ersten Menschen darauf gekommen sind, die dann ihren Kindern einen Gottesglauben eingetrichtert haben: Und da sieht es immer gaaanz dünn aus.
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