Wanderweg der Aufklärung

Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Zeitbürger » So 2. Dez 2007, 11:27

Beim Grübeln über Möglichkeiten, mittels "Action" mehr Zulauf, Aufmerksamkeit, Verbreitung für aufklärerische Ideen zu erreichen, lande ich bei der Überlegung, ob es nicht funktionieren könnte, eine Art Bildungs-Wanderweg durch ganz Deutschland zu machen.
Wenn das klappt, hätten wir in ein paar Jahrzehnten vielleicht einen Normalzustand, dass es zu den üblichen Lebenszielen gehört, auch mal auf den Spuren der Aufklärer gewandert zu sein. Wenn wir ABC, Alphabet, Alpha als verwandte Begriffe mit Bildung und Aufklärung betrachten, könnte man sich das konkreter so vorstellen, das wir als Symbol ein "alpha" auf die Deutschlandkarte legen, Anfangspunkt z.B. in Berlin, Endpunkt z.B. in München. Den Gesamtweg könnte man in zwölf zu erwandernde Wochenabschnitte einteilen, jeder Wochenabschnitt zu sechs Wandertagen mit je 30 km Tagesleistung plus ein Ruhetag am Wochenziel. Grob könnte das so aussehen:

Strecke Kilometer
Berlin-Leipzig 190
Leipzig-Kulmbach 193
Kulmbach-Künzelsau 193
Künzelsau-Kaiserslautern 174
Kaiserslautern-Königswinter 189
Königswinter-Coesfeld 171
Coesfeld-Oldenburg 182
Oldenburg-Lüneburg 172
Lüneburg-Schönebeck 202
Schönebeck-Greiz 182
Greiz-Nürnberg 190
Nürnberg-München 170

Natürlich ist das nur ein erster Machbarkeitstest; jede Verbesserung/Konkretisierung ist hochwillkommen.

Für jeden dieser Wochenabschnitte braucht man dann natürlich unterwegs alle 30 km ein Tages-Etappenziel. Für jedes einzelne Etappenziel müsste versucht werden, zusammenzustellen, wie und wo da in der Nähe evtl. Aufklärer gewirkt haben, so dass man nach dem Besuch eben mehr weiß als vorher.

Freilich kann man nicht erwarten, dass jetzt plötzlich eine Menge Leute diesen Kurs von Anfang bis Ende ablaufen. Aber erste kleine Bausteine lassen sich vielleicht so schaffen, dass diejenigen, die in der Nähe des Kurses wohnen, versuchen, eine machbare Tagesetappe zu finden und die dann z.B. jeweils am letzten Sonnabend jeden Monats abzuwandern. Funktionierende Tageseteppen und Wochenabschnitte könnten wir dann nach und nach sammeln, so dass der Gesamtkurs mit den Jahren immer vollständiger wird.

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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon ostfriese » So 2. Dez 2007, 15:43

Und das Ganze hat dann auf der Landkarte die Form eines Christen-Fisches? Darüber sollten wir nochmal nachdenken... :/
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Zeitbürger » So 2. Dez 2007, 15:55

ostfriese hat geschrieben:Und das Ganze hat dann auf der Landkarte die Form eines Christen-Fisches? Darüber sollten wir nochmal nachdenken... :/


Mit dem Fisch haben die nicht auch das alpha gepachtet, und alternative Ideen für den Streckenverlauf sind hochwillkommen. (Und man könnte auch eine offensive Haltung in der Formfrage einnehmen, wie Klaus mit seinem Avatar zeigt: http://forum.brights-deutschland.de/memberlist.php?mode=viewprofile&u=14.)
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Zeitbürger » Mi 5. Dez 2007, 20:04

Ok, da eine vorgefertigte Strecke nicht viel Anklang zu finden scheint: zurück auf Anfang.
Warum sollten wir - als Naturalisten - nicht die Evolution für uns arbeiten lassen?
Wer also irgendeine nette Tageswanderung kennt, die sich mit der Möglichkeit verbinden lässt, regionale Geschichten zur Aufklärung aufzuarbeiten, der könnte helfen, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, z.B. Diskutieren und Wandern.
Je netter (und lehrreicher?) der gefundene Weg ist, um so eher werden sich Leute finden, die den Spaziergang wiederholen möchten. Und so die Evolution will, werden sich einzelne solcher gefundenen Wandergelegenheiten früher oder später mehr oder weniger zwanglos zu längeren Strecken verbinden lassen. Besser so?
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon ostfriese » Mi 5. Dez 2007, 23:19

Prinzipiell finde ich die Idee gut. Während die Kirchengeschichte in Gestalt sakraler Bauten omnipräsent ist, fallen Spuren der Aufklärung kaum ins Auge.

Aus diesem Grunde wäre es allerdings auch ein durchaus aufwändiges Projekt, für seine Heimatregion zu recherchieren, wo welche Aufklärer in welcher Weise gewirkt haben und ob man diese Stätten schließlich zu einer erlebenswerten Tour kombinieren kann.

Zeitbürger, dass noch niemand "Hier!" gerufen hat, darfst Du also nicht persönlich nehmen, Dein Vorschlag hat auf jeden Fall was! :up:
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Max » Mi 5. Dez 2007, 23:41

Man könnte die Route mit Informationen zu den einzelnen Stationen als PDF online stellen. Ich denke, auf zehn Seiten kann man Informationen über die in den Städten wirkenden Aufklärer unterbringen, Bilder der Städte zeigen und örtliche Besonderheiten wie Wohnhäuser der Aufklärer darstellen.
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Re: Wanderweg der Aufklärung; wird: Buskampagne

Beitragvon Zeitbürger » Sa 9. Mai 2009, 15:35

Es ist eine nette Fügung, dass mit der Buskampagne (http://www.buskampagne.de/) die Idee eines aufklärerischen Rundkurses durch Deutschland - jetzt motorisiert - neu auftaucht. Schön wäre, wenn es gelingt, an den Haltestationen irgendwas dauerhaftes einzurichten, das in den kommenden Jahren für wiederholte Besuche geeignet ist.
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon auaox » Mo 8. Jun 2009, 22:06

als Wanderer, und jemand der vielleicht demnächst einmal pilgern wird (was als Agnostiker schwer ist) bin ich dabei.

Hmmh...

Mir ideet da grade was (verrat ich aber noch ned, muss erst ein paar mal drüber schlafen...)

LG
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Zeitbürger » Di 9. Jun 2009, 21:35

Na das ist doch mal eine nette Antwort. Wenn so eine Idee zur anderen kommt, könnte da nach und nach was in Gang kommen.
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Kuro Sawai » Do 2. Jul 2009, 00:00

Vom ersten Blick her ja eine schöne Idee. Allerdings auf den zweiten...

Der ursprüngliche Vorschlag geht arg an praktischen Bedürfnissen und heutigen Alltagsbedingungen vorbei. Wer nur wenige Wochen Urlaub hat sowie n Lebenspartner, der hat keine Zeit zu verbraten für möglicherweise hässliche Strecken und lange Tage.

Der spätere Vorschlag, einfach schöne Strecken zu benennen und auf die Evolution zu vertrauen, hat deutlich mehr für sich. Allerdings fragt man sich, woran der Titel "Aufklärung" sich da festmachen sollte. An Voltaire, Georg Forster und Lichtenberg - all die Geister einer Zeit der Postkutschen? Oder an Till Eulenspiegel, die "Frankfurter Schule", Wilhelm Busch und andere deutsche Satiriker? (schon besser) Oder Erinnerungskultur a la Nazi-Opfer-Gedenkstätten? Oder "berühmte" Atheisten in Deutschland?

Ob Wandern tatsächlich mit "Aufklärung" eine stimmige Verbindung einzugehen imstande wäre, vermag ich nicht abzusehen.

Bei mir in Marburg ist eine geschickte Stadtführung sicherlich Aufklärer-nahe durchzuführen. Wir haben hier einen "Hexenturm" (wo nie Hexen eingesperrt waren), einen Konrad von Marburg (der die "hillige Elsbeth" als ihr Beichtvater peitschen ließ und viele Ketzer auf'n Scheiterhaufen verbrachte), eine ehemalige Wallfahrtskirche (mit Hindenburg-Grab), Kasematten (wo arme Jung-Soldaten sich in feuchtkalte Gewölbe lümmeln mussten), eine "Frauenberg"-Ruine, zwei Gedenkstätten für ehemalige Synagogen, ein evangelikales Missionswerk namens "Haus Tabor", ein Hessisches Staatsarchiv, einen Haufen von Studenten-Verbindungs-Palästen (wo Antiaufklärung und fleißiges Biersaufen als hehre Tradition hochgehalten wird), und in der Nähe auch noch einen Christenberg (mit einer alten Fluchtburg). Und ein Museum anatomicum (Wissenschaftsgeschichte der Mediziner-Ausbildung).

Aber nee, ein Wanderer will nicht Stadtgeschichte(n) sondern Naturschönheiten erleben. Passt doch nicht ganz zusammen. Oder?
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Zeitbürger » Fr 3. Jul 2009, 20:13

Kuro Sawai hat geschrieben:Vom ersten Blick her ja eine schöne Idee. Allerdings auf den zweiten...

Der ursprüngliche Vorschlag geht arg an praktischen Bedürfnissen und heutigen Alltagsbedingungen vorbei. Wer nur wenige Wochen Urlaub hat sowie n Lebenspartner, der hat keine Zeit zu verbraten für möglicherweise hässliche Strecken und lange Tage.

Da sehe ich kein Hindernis. Die Idee ist, beides zusammenzubringen: Wandern mit Blick auf sehenswerte Natur, und dann am Ziel ein Bildungshäppchen, dass uns zeigt, wie engagiert Leute schon früher unter weit rigiderer Kirchenherrschaft für Ihre Überzeugung eingetreten sind. (Heute bin ich auf den Wikipedia-Artikel über Vanini http://de.wikipedia.org/wiki/Lucilio_Vanini gestoßen, da gab es schon verrückte Sachen, auch wenn es sich da um Italien und nicht um Deutschland handelte.)
Dass keine "hässliche Strecke" eingebaut wird, dafür sollten wir schon selbst sorgen. Und wieviel vom ganzen Weg man sich vornimmt, kann sich auch jeder selbst raussuchen. Wer nur mal einen Tag Zeit hat, kann locker erst mal nur eine Tageswanderung machen: Erst mal schöne Natur und dann ein paar weniger bekannte Einzelheiten darüber, wie die Leute vor uns sich durchgebissen haben. Das wäre schon ein Streckenelement als Kandidat für ein längeres Stück von dann mal zwei oder mehr Tagen usw.
Der spätere Vorschlag, einfach schöne Strecken zu benennen und auf die Evolution zu vertrauen, hat deutlich mehr für sich. Allerdings fragt man sich, woran der Titel "Aufklärung" sich da festmachen sollte. An Voltaire, Georg Forster und Lichtenberg - all die Geister einer Zeit der Postkutschen? Oder an Till Eulenspiegel, die "Frankfurter Schule", Wilhelm Busch und andere deutsche Satiriker? (schon besser) Oder Erinnerungskultur a la Nazi-Opfer-Gedenkstätten? Oder "berühmte" Atheisten in Deutschland?

Auf den Webseiten vom Bayerischen BfG gibt es eine Sammlung von Aufklärern, darunter auch mit Wirkungsorten in Deutschland. Die Webseite vom Humanistischen Pressedienst hat inzwischen eine Sammlung von über 365 Aufklärern - Tagesdaten zugeordnet - von denen auch eine ganze Reihe deutsche Wirkungsorte haben dürften. Da sehe ich erst mal keinen Grund, uns vorher schon einzuschränken: Auch der Mut von Leuten, die innerhalb der Kirche wenigstens gröbste Ungereimtheiten angegriffen haben, sollte gewürdigt werden.
Ob Wandern tatsächlich mit "Aufklärung" eine stimmige Verbindung einzugehen imstande wäre, vermag ich nicht abzusehen.

Ich sehe kein Hindernis. Letztlich bleibt es natürlich immer eine Frage der persönlichen Mentalität. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass auch der Gedankenaustausch mit den anderen, die sich dann auf den Weg machen, seinen eigenen Reiz hat, gegenseitige Bestärkung usw.
Bei mir in Marburg ist eine geschickte Stadtführung sicherlich Aufklärer-nahe durchzuführen. Wir haben hier einen "Hexenturm" (wo nie Hexen eingesperrt waren), einen Konrad von Marburg (der die "hillige Elsbeth" als ihr Beichtvater peitschen ließ und viele Ketzer auf'n Scheiterhaufen verbrachte), eine ehemalige Wallfahrtskirche (mit Hindenburg-Grab), Kasematten (wo arme Jung-Soldaten sich in feuchtkalte Gewölbe lümmeln mussten), eine "Frauenberg"-Ruine, zwei Gedenkstätten für ehemalige Synagogen, ein evangelikales Missionswerk namens "Haus Tabor", ein Hessisches Staatsarchiv, einen Haufen von Studenten-Verbindungs-Palästen (wo Antiaufklärung und fleißiges Biersaufen als hehre Tradition hochgehalten wird), und in der Nähe auch noch einen Christenberg (mit einer alten Fluchtburg). Und ein Museum anatomicum (Wissenschaftsgeschichte der Mediziner-Ausbildung).

Aber nee, ein Wanderer will nicht Stadtgeschichte(n) sondern Naturschönheiten erleben. Passt doch nicht ganz zusammen. Oder?

Wie gesagt, ich denke, der Reiz liegt in der Verbindung: Erst unsere Umwelt erleben, in der die Wege auch schon von unseren Vorfahren gegangen worden sind, und dann erfahren, mit wieviel Hartnäckigkeit sie sich gegen widrige Verhältnisse zu wehren wussten. Die haben einfach so viel Anerkennung verdient, dass man auf die Weise noch mal an sie denkt, und ich denke, sie haben uns wirklich viel zu sagen, was nicht klanglos untergehen sollte.
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Nanna » Do 9. Jul 2009, 23:28

Zeitbürger hat geschrieben:Erst unsere Umwelt erleben, in der die Wege auch schon von unseren Vorfahren gegangen worden sind, und dann erfahren, mit wieviel Hartnäckigkeit sie sich gegen widrige Verhältnisse zu wehren wussten. Die haben einfach so viel Anerkennung verdient, dass man auf die Weise noch mal an sie denkt, und ich denke, sie haben uns wirklich viel zu sagen, was nicht klanglos untergehen sollte.


Was haltet ihr von der Idee, in einem entsprechenden Führer auch andere für den Naturalismus wichtige Dinge, wie z.B. die Evolution anzusprechen? Man könnte die Prinzipien von Selektion, biologischem Gleichgewicht usw. sicherlich sehr gut anhand lokaler Tierpopulationen erklären, die sich dann idealerweise auf dem Weg noch beobachten lassen, Störche beim Fröschjagen in einem Sumpfgebiet beispielsweise. Selbst entdecken und durch anschauliche Beispiele verstehen, macht Spaß und schärft das eigenständige Denken. Je nach Gegend könnte man auch auf andere natürliche Phänomene eingehen.
Ich halte sehr viel von interdisziplinärem Arbeiten und fände das eine ideale Gelegenheit, sowas in der Praxis anzuwenden. Die Menschen bekommen dadurch sowohl einen Blick für die komplexen Zusammenhänge in unserer Umwelt, wie auch vielfältige Denkanstöße, die sie zum Nachdenken und Recherchieren bewegen können. Man müsste die Stationen über Personen der Aufklärung, natürliche Begebenheiten oder Tipps für kulturelle Einrichtungen (Museen z.B.) einfach sehr geschickt ineinander verweben und einen roten Faden finden, aber das sollte doch machbar sein.
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Zeitbürger » Fr 10. Jul 2009, 10:39

Nanna hat geschrieben:Je nach Gegend könnte man auch auf andere natürliche Phänomene eingehen.
Ich halte sehr viel von interdisziplinärem Arbeiten und fände das eine ideale Gelegenheit, sowas in der Praxis anzuwenden. Die Menschen bekommen dadurch sowohl einen Blick für die komplexen Zusammenhänge in unserer Umwelt, wie auch vielfältige Denkanstöße, die sie zum Nachdenken und Recherchieren bewegen können. Man müsste die Stationen über Personen der Aufklärung, natürliche Begebenheiten oder Tipps für kulturelle Einrichtungen (Museen z.B.) einfach sehr geschickt ineinander verweben und einen roten Faden finden, aber das sollte doch machbar sein.

Machbar ist das vielleicht am ehesten mit Bezug auf Forscher/Wissenschaftler, die in der entsprechenden Region direkt vor Ort geforscht und gewirkt haben.
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Nanna » So 19. Jul 2009, 11:09

Hier muss sich mal was bewegen. Ich finde die Idee nämlich wirklich toll und die Aufklärung in Deutschland könnte einige zusätzliche Aktionen brauchen, schließlich ist das mediale Feuer der Buskampagne schon bald abgebrannt und besonders große Langzeiteffekte schreibe ich dem nur bedingt zu.

Ein paar Vorschläge daher:

1. Wenn aus der Idee etwas werden soll, müssen wir einen Arbeitskreis Wanderweg gründen, kA, wie man das organisiert, hab mal was von Brights-Clustern gehört?!
2. Das sinnvollste Vorgehen ist meiner Meinung nach nicht, dass wir zuerst einen Weg festlegen, sondern dass wir eine Auflistung aller aufklärungsrelevanten Orte in Deutschland machen und die dann in eine sinnvolle Reihenfolge bringen. Relevante Orte sind für mich aber auch Naturdenkmäler u.ä., schließlich soll das Bewandern des Weges ja etwas für die "Seele" sein.
3. PR: Wie groß wollen wir das ganze aufziehen? Wollen wir beispielsweise Plaketten am Weg entlang anbringen, beispielsweise mit dem Brights-Logo und der Schrift "Wanderweg der Aufklärung"? Auch Schautafeln mit ein bisschen Text an wichtigen Stellen wären natürlich super. Auf die Weise würden sicherlich mehr Hobbywanderer darauf überhaupt erst aufmerksam und wir wollen ja nicht nur die eigenen Leute erreichen. Wegen der Finanzierung müssten wir eben Spenden einwerben und vielleicht hätten ja auch andere Organisationen wie GBS und HVD Interesse und würden etwas zuschießen.
4. Es sollte auf jeden Fall zwei Sorten Flyer geben, die als Wegbegleiter fungieren, ein detailreicher für interessierte Erwachsene und ein mehr bilderlastiger, einfach erklärender für Kinder. Sowas könnte man auch als Unterrichtsmaterial an Schulen verteilen (Selbstkostenpreis oder spendenfinanziert), wo man den Weg vielleicht als Ausflugs- oder Wandertagsziel ein Stück weit beschreiten könnte. Zumindest für humanistische Schulen wäre das sicherlich interessant, die könnte man dann ja gezielt anschreiben. Das setzt natürlich voraus, dass wir ein qualitativ ansprechendes Begleitheft und eine sinnvolle Gesamtkonzeption erstellt haben, was durchaus Arbeit bedeutet. Aber wenn man sich ansieht, was die Kirchen alles veranstalten, sollten wir noch aktiver werden.

Ich finde, dass diese Idee unheimlich viel Potential hat und dass sie echt richtig brightmäßig ist, weil sie keine Antikampagne wie die Busaktion ist, sondern ein wirklich positives Verständnis der Aufklärung fördern würde. Man könnte sicherlich auch darauf hoffen, dass die etablierten Medien darüber berichten und dass sie es positiv tun, denn an der Idee ist ja nun wirklich absolut nichts militantes. Ich hoffe, dass da was draus wird! :2thumbs:
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Nanna » So 19. Jul 2009, 12:33

Wenn innerhalb der Brights genug Resonanz entsteht, könnte man sogar daran denken, zur Einweihung einen (medienwirksamen) Fackellauf zu veranstalten, also das "Licht der Aufklärung" über den Wanderweg der Aufklärung tragen und vielleicht an wichtigen Etappenzielen Vorträge veranstalten. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, nur den Mitteln.

Sry, falschen Button erwischt, sollte eigentlich kein Doppelpost werden.
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Julia » So 19. Jul 2009, 15:13

Wenn dann viele Kilometer zusammenkommen, sollte man den Weg auf jeden Fall fahrradkompatibel gestalten! Das ginge dann auch schneller. ;)

Eine große Schwierigkeit wird wohl sein diese Inhalte auch interessant zu gestalten.
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Nanna » So 19. Jul 2009, 17:05

Man sollte die Inhalte ähnlich wie einen Zeitungsartikel aufbereiten, also mit einer abgesetzen Zusammenfassung zu Beginn und für Leute, die sich tiefer reinlesen wollen einen ausführlichen Artikel dahinter. Möglich wäre auch eine Trennung in Kinderversion (einfach, viele Bilder), Entdeckerversion (für normalgebildete Erwachsene) und Philosophenversion (sehr ausführlich, viele Texte, anspruchsvoll, für Leute mit geistesgeschichtlichem Vorwissen). Bilder und Grafiken sind generell gut, man könnte aber auch überlegen, ob man Texte zum Nachdenken mit reinnimmt, kurze Gedichte usw., möglichst alles mit Orts- und Aufklärungsbezug natürlich. Interessant wären vielleicht auch philosophische "Rätsel", Dilemmata u.ä., über die man dann auf dem Weg nachsinnen oder diskutieren kann.

Fahrradkompatibel finde ich eine sehr gute Idee, man kann natürlich etappenweise Fahrrad- und Wanderversion trennen, wenn bestimmte Orte mit dem Fahrrad nicht erreichbar sind. Auch gute Restaurants (möglichst nicht "Zum Heiligen Irgendwer" ;-) ) an der Strecke oder aufklärungs- und wissenschaftsbezogene Museen sollten genannt werden. Eine Wahlfreiheit lassen ist immer das beste, schließlich heißt Aufklärung ja sich des eigenen Verstandes bedienen.
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon stine » So 19. Jul 2009, 17:59

Nanna hat geschrieben:...möglichst nicht "Zum Heiligen Irgendwer" ;-) ...
Aber gerade die Heiligen soll es doch wirklich gegeben haben. Franz von Assisi zB oder Elisabeth von Thüringen waren reale Persönlichkeiten in einer realen Welt. Sie konnten doch zu Lebzeiten gar nicht wissen, dass sie mal heilig gesprochen werden. Sie haben nur vorbildlich gelebt und hatten immer für Mensch oder Tier etwas übrig.
:segen:

LG stine
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon folgsam » So 19. Jul 2009, 18:30

Ja genau!

Eine besonders vorbildliche war zum Beispiel die Hl. Katharina von Genua

http://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_von_Genua

Von ihr wird berichtet, dass sie sich selbst kasteite, um Gott näher zu sein. In ihrer Autobiographie beschreibt sie voller Begeisterung, wie sie den Auswurf eines Kranken aufleckte, zeitweise nur Waschwasser trank und verschimmeltes Brot sowie faules Obst aß und welches Glück sie empfand, als sie die Fäkalien eines an Durchfall erkrankten Mannes aß.



Mahlzeit.
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Re: Wanderweg der Aufklärung

Beitragvon Nanna » So 19. Jul 2009, 20:11

:skeptisch: Wieso sollte sich ein Wanderweg der Aufklärung mit Heiligen beschäftigen und warum sollte dort ein Restaurant mit Bezug auf (zumeist radikale) Anhänger einer Religion empfohlen werden? Heilige würde ich da höchstens nennen, wenn sie sich besonders um die Freiheit Andersdenkender verdient gemacht haben, was eine ziemlche Ausnahme darstellen sollte.

Außerdem, ich versuche hier gerade ein Projekt anzukurbeln, also bitte Freiwillige vor!
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