Die Prinzipien der Brights-Bewegung

Die Prinzipien der Brights-Bewegung

Beitragvon Klaus » Di 24. Okt 2006, 13:32

Ich hatte dieses posting im Deutschen Forum im BrightsNet gepostet und MAx hatte den Vorschlag es hier zu tun. Ich nutze die Gelegenheit dies in etwas redigierter Form zu tun.

In den letzten Tagen habe ich die Diskussion, im englisch-sprachigem Forum, über die Prinzipien der Brights-Bewegung verfolgt.
Speziell die Aussagen in denen es um die "Anti-Religiosität" der Brights geht und dem Postulat, die Brights sind nicht anti-religiös.
Zum Angfang möchte ich sagen, dass ich schon die Wortwahl des "Prinzips" für bedenklich halte. Prinzipien lassen eben keine Ausnahmen zu, im Gegensatz zum Grundsatz. Das Prinzip ist nicht weit entfernt vom Dogma, es ist unvereinbar mit Flexibilität und pluralistischer Meinungsäusserung. Müssen und können die Brights "anti-religiös" sein, es wird keine eindeutige Antwort geben, es ist abhängig von Ort, Zeit und Bedingungen. Es geht nicht darum all die alten Geschichten aufzuwärmen, was die Religionen dieser Welt angetan haben und damit ihren Individuen. Die Liebe und Barmherzigkeit Jesu Christi ist ganz andere Wege gegangen.

Die Brights sind keine Partei, mit programmatischen Zielen, keine politische Vereinigung. Die Brights haben sich konstituiert auf der Basis eines sozial-moralischen Netzwerkes, weltumspannend, vor Jahren noch unvorstellbar, dank Internet möglich. Die Brights kommen aus Ländern, welche sehr säkular sind, wo es leicht und mitunter selbstverständlich ist Atheist zu sein, oder Agnostiker usw. Oder aber aus Ländern welche sehr religiös geprägt sind, entsprechende Einflussnahme auf die geltende Moral und Ethik. Damit sind unterschiedliche Ansatzpunkte für die einzelnen Brights, in ihrem sozialem Umfeld gegeben, und damit wird die Formulierung von Prinzipien zumindestens fragwürdig.
Die Unterschiede lassen sich schon rein optisch erfassen, viele Brights sind aus den USA, GB dann wird es dünner. In den USA werden Kirchen gegründet um Jugendliche mit dem Wort Gottes vertraut zu machen, wie im Film "Jesus Camp" zu sehen und zu erfahren und im dänischen Fernsehen laufen Werbespots, die die Bürger auffordern das Geld für die Kirchensteuer zu sparen und es lieber SOS-Kinderdörfern zu spenden.

Aufklärung in religiösen Dingen ist also sehr unterschiedlich an zusetzen.

Ich selbst bin überzeugt, dass es mir nicht gelingen wird einen gläubigen Menschen von meiner Ungläubigkeit zu überzeugen oder Zweifel zu wecken an seiner Religosität, ich bin aber überzeugt davon, dass im Rahmen der allgemeinen Öffentlichkeit die Brights als Bewegung sehr viel erreichen können, an Schulen, Universitäten, Netzwerken und hier liegen unsere Stärken, ein gut funktionierendes Netzwerk, transparent, undogmatisch und demokratisch. Wir schulen uns in unserer Argumentation und wir erfahren, fast in Echt-Zeit, was irgendwo auf dem Planeten passiert, wir können unser Wissen und unsere Erfahrungen austauschen, diese Stärken sollten wir nutzen und ausbauen.


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Beitragvon pandemist » Sa 11. Nov 2006, 22:28

Als ich deinen Betrag auf the-brights.net und den Verweis hierher gelesen habe, dachte ich, dass hier nun eine rege Diskussion stattfinden würde. *fg*

Ich schau nur alle paar Wochen kurz dort vorbei und schau was ich im deutschen Forumsteil los ist und interessier ich mich ansonsten kaum für die Brights und lese kaum Posts. Ich sehe mich nur als Freidenker und will mich ansonsten nicht einengen lassen. :)

Aber ich versteh deinen Einwand. Nach kurzem Durchlesen von Punkt 8 frag ich mich, wie es mit "starken" Atheisten aussieht. Wie will man es wirklich bewerkstelligen, dass es nicht anti-religiös wird. Einerseits wird man in bestimmten Situationen nunmal schon ein wenig ablehnend wenn nicht sogar aggressiv, andererseits wird die Ansicht, ob es anti-religiös ist, nicht nur von einem selbst bestimmt sondern auch von Standpunkt des anderen. Der andere legt zum einen gewissen Teil fest, was als Angriff gegen seine Religion gewertet wird.

Wenn man schon nicht für einen atheistischen und/oder anti-theistischen Standpunkt eintritt, sollte man auch nicht gegen diesen eintreten. Und absolute Gleichstellung mit Religiösen ist imho nicht immer möglich, speziell bei Sekten.
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Die Prinzipien der Brights-Bewegung

Beitragvon Klaus » Sa 11. Nov 2006, 23:47

Hi Pandemist
das Problem, wie ich es sehe und auch auf dem brightsNet-forum diskutiert wird, ist die Tatsache, dass die Brights
-Bewegung weg will von den alt hergebrachten Argumenten, wir alle kennen die Widersprüche, in der Bible, die Wirkungen des Fundamentalismus. Die Brights-bewegung will einzig und allein durch wissenschaftlich fundierte Tatsachen die Aufklärung fortsetzen.
unter den Bedingungen der sich entwickelten Medien. Dazu wollen wir die Möglichligkeiten, die eine Vernetzung mit sich bringt nutzen.
Fürs erste.
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Beitragvon Ogion » Di 21. Nov 2006, 21:13

Ich habe da mal eine generelle Frage:
Geht es euch Brights wirklich nur darum, Übernatürliches aus den Weltbildern herauszuhalten? Ist das euer einziges Anliegen? Wenn ja, Warum? und warum nennt sich dann Richard Dawkins einBright?

Ich habe, glaube ich, irgendwo bei euch gelesesn, dass ihr euch als Fortsetzung der Aufklärung seht, bzw. das gerne erreichen wollt. Dann finde ich aber, dass das bloße Naturalistische zu wenig ist.

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@Ogion

Beitragvon Klaus » Di 21. Nov 2006, 21:59

btw, ein schöner Nick, es geht den Brights um ein naturalistisches Weltbild, das frei ist von übernatürlichen Anschauungen. Nicht mehr und nicht weniger.

Was hat der alte haudrauf Atheismus gebracht, nichts kann man nicht sagen aber nicht viel. Die katholische Kirche sieht im cogito ergo suum die üblen Wurzeln der Aufklärung, und den Beginn der Abwendung der Menschen von der Kirche. Trotz aller Aufklärung befinden sich die Religionen auf dem Vormarsch, insbesondere die fundamentalistischen Positionen, auch im protestantischen Bereichen, Evangelikale, Quiverfull-Bewegung um nur einige zu nennen. Die Bildung hat trotz Internet und neuer Medien keinen Anschluss an die Menschen schaffen können. Wissenschaftliche Erkenntnisse entfernen sich immer mehr vom Allgemeingut Bildung, die Welt ist komplex geworden und dieser Prozess verstärkt sich jeden Tag mehr. In diesem Zusammenhang ist es wichtig daran zu erinnern, dass es auf dieser Welt natürlich zu geht, es keine übernatürlichen Kräfte gibt, oder nur die Eine. Die Esoterik ist auf dem Vormarsch, geh in einen Teeladen und du wirst die Welt des sanften Wahnsinns sehen, Steine mit magischen kräften, Kräuter, Düfte, Räucherstäbchen, es boomt das Geschäft mit der Unwissenheit oder der Ignoranz, des nicht hinterfragen Wollens. Alos wissenschaftliche Aufklärung unter Ausnutzung der sich bietenden neuen Medien und natürlich auch den Gedankenaustausch untereinander zu pflegen.

Natürlich bedienen sich Dawkins, Harris oder Dennett der Ironie in ihrer Argumentation, aber das geht in Ordnung, für mich jedenfalls. Dawkins hat vor kurzem den Begriff des "Neuen Atheismus" geprägt, eine interessante Argumentation.

Es ist schon ein Erfolg von einem religiösem Menschen zu hören, auf dieser Welt geht geht es auf natürlich Art und Weise zu, nicht die Konsequenzen bedenkend die aus einer solchen Auffassung heraus resultieren.

Vielleicht für den Anfang, eine Diskussionsgrundlage.

Andere können sich ja hier auch noch äussern.
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Beitragvon Ogion » Di 21. Nov 2006, 23:34

Siehe mein Post im Vorstellungsthread, aber wir sollten hier weiterdiskutieren...

Ogion

P.S.: Du bist der erste in all den Foren, der meinen Namen anspricht. Dankeschön. Ich vermute mal, es kennen einfach nicht so viele Erdsee...
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Beitragvon Klaus » Mi 22. Nov 2006, 00:39

Die Nicknames verraten doch schon etwas über den Inhaber, es ist ein gewählter Name, nicht der gegebene und der Inhaber hat sich dabei etwas gedacht.

Für heute genug.
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